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Merken   Drucken   23.10.2003, 21:41 Schriftgröße: AAA

Spärlicher Spendenfluss enttäuscht USA  

Die USA sind unzufrieden mit der Spendenbereitschaft für den Wiederaufbau Iraks. Vor allem die ehemaligen Kriegsgegner zeigen wenig Bereitschaft zu zahlen. von Joachim Zepelin und Roula Khalaf, Madrid
Dr. Iyad Allawi (li) und Colin Powell (re) treffen sich auf der ...   Dr. Iyad Allawi (li) und Colin Powell (re) treffen sich auf der Geberkonferenz in Madrid
Amerikanische Diplomaten haben potenzielle Geldgeber am ersten Tag der Geberkonferenz in Madrid gedrängt, mehr Finanzhilfen als bisher geplant zu spenden. Europäische Politiker lehnten das ab. "Ich kann doch hier nicht plötzlich einen höheren Betrag zusagen", sagte der EU-Kommissar für Außenpolitik, Chris Patten. "Sie dürfen nicht erwarten, dass die europäischen Steuerzahler besonders freudig Geld für Irak geben", sagte er mit Hinweis auf die Kriegsgegner in Europa. Der Erfolg der Konferenz dürfte darum beschränkt bleiben.
Schon an der Zusammensetzung der Delegationen lassen sich die alten Konfliktlinien nachzeichnen. Kriegsgegner wie Frankreich, Deutschland und Russland sind mit kleinen Delegationen und ohne Minister nach Madrid gereist. Gastgeber Spanien, die USA und Großbritannien dagegen sind mit mehreren Regierungsmitgliedern vertreten und sagten mindestens dreistellige Millionenbeträge zu. Japan versprach mit 1,5 Mrd. $ die bisher größte Summe nach den USA. Die EU will sich mit 200 Mio. Euro in etwa gleicher Höhe wie Südkorea beteiligen. Für Freitag werden Zusagen in noch unbekannter Höhe von Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Italien erwartet.
"Ich bezweifle, dass wir 36 Mrd. $ zusammenbekommen", sagte Weltbankchef James Wolfensohn. Bedarf in dieser Höhe hatte die Weltbank für die 14 wichtigsten Bereiche geschätzt. "Aber wir hoffen, einen ordentlich Start hinzubekommen", so Wolfensohn. Auch US-Außenminister Colin Powell dämpfte die Erwartungen und sagte, die Ziele der Konferenz seien hoch gesteckt.

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