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Merken   Drucken   23.09.2006, 16:18 Schriftgröße: AAA

Spekulationen über Bin Ladens Tod  

Die Veröffentlichung eines vertraulichen Geheimdienstberichts in einer Regionalzeitung sorgt in Frankreich für Wirbel. Demzufolge seien die saudischen Behörden davon überzeugt, dass Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in Pakistan an Typhus gestorben ist. In Paris wird nun fieberhaft nach der undichten Stelle gesucht.
Terrorführer Bin Laden: Gerüchteweise tot   Terrorführer Bin Laden: Gerüchteweise tot
Der französische Präsident Jacques Chirac bestätigte am Samstag die Existenz einer "vertraulichen Notiz" des französischen Auslands-Geheimdienstes DGSE, nach der Terroristenführer Osama bin Laden gestorben sei. Die Todesnachricht sei aber durch nichts bewiesen, sagte Chirac auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Compiègne nördlich von Paris.
Chirac zeigte sich "verwundert" über die Veröffentlichung des Geheimdienstberichtes durch die französische Regionalzeitung "L'Est Républicain". Auch Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie bedauerte, "dass Noten des DGSE in dieser Zeitung erscheinen". Man werde versuchen, "den Ursprung dieses Lecks" zu ermitteln.
Das Blatt berichtete auf seiner Internetseite, der DGSE habe am Donnerstag Chirac und andere Regierungsstellen über den Tod des El- Kaida-Gründers informiert. In der zitierten DGSE-Note heißt es, dem saudischen Geheimdienst zufolge habe Bin Laden am 23. August in Pakistan "eine sehr starke Typhus-Krise" erlitten. Am 4. September 2006 hätten die saudischen Dienste die ersten Anzeichen für seinen Tod erhalten. Offiziell solle Bin Laden aber erst dann für tot erklärt werden, wenn klar sei, wo er begraben liege, hieß es.
Bereits am 19. September hatte der DGSE dem Zeitungsbericht zufolge notiert, der saudische Geheimdienst versuche, Nachrichten zum Tode Bin Ladens zu verifizieren. Jetzt seien die Saudis vom Tode Bin Ladens überzeugt.
Die französische Regierung will nun eine Untersuchung einleiten, um zu klären, wie die Zeitung an das vertrauliche Dossier gelangte. Dem Informanten der Zeitung drohe eine Strafe.
Die US-Regierung kann einem Vertreter der Anti-Terror-Behörde zufolge den Bericht nicht bestätigen. "Es ist durchaus möglich, es gab Gerüchte darüber", sagte ein Mitarbeiter der Behörde am Samstag in Washington, der namentlich nicht genannt werden wollte. Bestätigen könne er dies aber nicht.

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  • FTD.de, 23.09.2006
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