Reis- und Weizenpreis
Fünf große Anbauländer - die USA, die EU, Russland, Kanada und Australien - beherrschen den Weizenweltmarkt. In mehreren dieser Länder zeichnen sich bereits Ernteausfälle ab. In Russland kam es nach den verheerenden Bränden des vergangenen Jahres zu einer verspäteten Weizenaussaat. In Australien wüteten zunächst eine Dürre und dann Überflutungen. Zudem befürchten Meteorologen, dass das Wetterphänomen "La Niña" im Pazifik in diesem Jahr für extremes Wetter in wichtigen Getreideanbaugebieten der Welt sorgen könnte.
Entwarnung geben die Experten dagegen beim Reis. Der Preis für das Hauptnahrungsmittel für rund drei Milliarden Menschen vor allem in Asien ist derzeit weitgehend stabil und liegt weit unter dem Niveau von 2008.
Dass es in den meisten Entwicklungsländern noch nicht zu so dramatischen Situationen wie vor zweieinhalb Jahren gekommen ist, liegt einerseits daran, dass es derzeit weniger essenzielle Produkte wie Zucker, Speiseöl und Fleisch sind, deren Preise explodieren, während vor allem der Reispreis stabil bleibt. Außerdem hätten einige Entwicklungsländer Konsequenzen aus der Krise gezogen, sagte der Deutschlandchef des Welternährungsprogramms Ralf Südhoff.
"Malawi hat sehr erfolgreich seine Nahrungsproduktion gesteigert, indem es seine Bauern einerseits etwas mit günstigen Düngemitteln subventionierte und andererseits mit Zöllen vor dem Weltmarkt abschirmte." Eine weltweite Wende im Kampf gegen den Hunger sieht er allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Zahl der Hungernden sei 2010 um 100 Millionen gestiegen. In armen Ländern, die ihre Exportabhängigkeit nicht verringern konnten, seien auch Preise für Grundnahrungsmittel wieder dramatisch gestiegen, sagte Südhoff.