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Merken   Drucken   01.02.2012, 13:22 Schriftgröße: AAA

Streit mit Argentinien: Briten schicken Kriegsschiff zu den Falkland-Inseln

Der Konflikt um die Falkland-Inseln gewinnt an Schärfe. Argentinien empfindet die Entsendung eines der modernsten britischen Kampfschiffe als Provokation.
© Bild: 2012 Reuters/MoD/Crown Copyright/Handout
Der Konflikt um die Falkland-Inseln gewinnt an Schärfe. Argentinien empfindet die Entsendung eines der modernsten britischen Kampfschiffe als Provokation.
Ein fast vergessener Konflikt flammt wieder auf. Weil vor den Falkland-Inseln ein Ölvorkommen liegt, streiten Großbritannien und Argentinien wieder um die Mini-Kolonie im Atlantik. Die Regierung in Buenos Aires protestierte scharf gegen die Entsendung eines britischen Kriegsschiffes in die Region. London spricht von einem Routinevorgang.
Ein Satellitenbild der Falkland-Inseln   Ein Satellitenbild der Falkland-Inseln
Die "HMS Dauntless", eines der modernsten britischen Kriegsschiffe, solle vor der Inselgruppe lediglich ein anderes ersetzen, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Es sei seit Langem geplant gewesen, das Schiff dort zu stationieren. Auch bestritt das Ministerium, dass die "Dauntless" als Reaktion auf die jüngsten Spannungen zwischen Argentinien und dem Vereinigten Königreich entsendet werde. Das Schiff verfügt über ein modernes Flugabwehrsystem, mit dem Angriffe auf die Inseln zurückgeschlagen werden könnten.
Rund 30 Jahre nach Ausbruch des Falkland-Krieges hatte es in den vergangenen Wochen einen Schlagabtausch über die Inseln gegeben, die zum Königreich gehören, von Argentinien aber für sich beansprucht werden. Argentinien hatte unter anderem versucht, Ölbohrungen der Briten zu stoppen. Außerdem untersagte Argentinien gemeinsam mit Nachbarländern wie Brasilien und Uruguay Schiffen unter Falkland-Flagge, in die Häfen des Landes einzulaufen. Der britische Premier David Cameron warf Argentinien "Kolonialismus" vor.
Die argentinische Regierung protestierte am Dienstag gegen "den britischen Versuch, einen Konflikt zu militarisieren, in dem die Vereinten Nationen mehrfach zu einer Lösung durch bilaterale Verhandlungen aufgerufen haben". Die Regierungen sollten der Versuchung widerstehen, in der Wirtschaftskrise mit falschem Patriotismus die Öffentlichkeit von den Einsparungen und der Arbeitslosigkeit abzulenken, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Buenos Aires.
Menschen winken am 1. Mai 1982 den Soldaten zu, die an Bord des ...   Menschen winken am 1. Mai 1982 den Soldaten zu, die an Bord des "Queen Elizabeth 2" in Richtung Falkland-Inseln fahren
Die Argentinier kritisierten auch, dass Prinz William als Helikopter-Pilot im Südatlantik stationiert wird. "Das argentinische Volk bedauert, dass der königliche Erbe den nationalen Boden in der Uniform des Eroberers betritt und nicht mit der Weisheit des Staatsmannes, der im Dienst des Friedens und des Dialogs zwischen den Nationen fungiert", heißt es in der Stellungnahme des Außenministeriums.
Die scharfe Reaktion zeigt, dass die Wunden des Krieges noch nicht verheilt sind. Im Falkland-Krieg zwischen Argentinien und dem Königreich 1982 hatten auf beiden Seiten beinahe 1000 Menschen das Leben verloren.
  • FTD.de, 01.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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