Tatsächlich? Und wie kommt es, dass die Geschäfte in Teheran schon jetzt vielfach geschlossen haben, dass der Rial im freien Fall ist und die Iraner Dollars und Euros horten?
Fakt ist, dass die Sanktionen der USA und der EU schon seit langem auf das iranische Finanzsystem zielen. Theoretisch dürfen nach wie vor fast alle unbedenklichen Güter exportiert werden in den Iran. Doch seit rund zwei Jahren gibt es kaum noch Möglichkeiten, Geschäfte abzuwickeln. Aus Angst vor Strafen meiden international operierende Banken Iran-Kontakte wie der Teufel das Weihwasser. Faktisch herrscht damit längst ein Totalembargo.
Mag sein, dass Sanktionen immer noch besser sind als ein Militärschlag gegen iranische Atomanlagen. Vielleicht besteht auch tatsächlich noch die Hoffnung, dass der Iran einlenkt und sich auf Kompromisse bei der Urananreicherung und den Kontrollen durch die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) einlässt. Doch jedem sollte dabei klar sein: Die Sanktionen haben ihren Preis.
Die derzeitigen Turbulenzen im Iran sind erst der Anfang. Wenn der Regierung ein Teil der Öleinnahmen fehlt, wird es überall Einschnitte geben. Nicht nur Lehrer, Ärzte und der öffentliche Dienst werden aus der Staatskasse bezahlt. Ein großer Teil der iranischen Wirtschaft besteht aus Staatsbetrieben. Auch die Bezahlung der Angestellten dort wäre dann nicht mehr gesichert.
Durch die jüngste Listung der iranischen Zentralbank wird es nun noch schwieriger, dringend notwendige Güter legal einzuführen, dazu gehören auch Medikamente und medizinisches Gerät. Es wird an Ersatzteilen fehlen für Maschinen, Autos, Fahrstühle, U-Bahnen und vieles mehr.