Zhou Xiaochuan
"China möchte ein Gleichgewicht zwischen heimischer und externer Nachfrage schrittweise erreichen", sagte Zhou am Sonntag am Rande des Jahrestreffens des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Die Stärke des Renminbi hänge ab von einer sorgfältigen Abwägung verschiedener ökonomischer Faktoren wie Inflation, Wachstum und des "sensiblen Themas" Arbeitslosigkeit. Zhou verwies darauf, dass die Arbeitslosenquote in China bei mehr als neun Prozent liege. Offiziell lag die Zahl zwar Ende Juni bei 4,2 Prozent. Dieser Wert berücksichtige aber nicht die Millionen von Wanderarbeitern, die ohne Arbeit seien. Premier Wen Jiabao hatte bereits gewarnt, eine starke Aufwertung könne zu größeren sozialen Unruhen führen.
Die USA und andere Länder werfen der Volksrepublik bereits seit längerem vor, den Renminbi künstlich niedrig zu halten und so der chinesischen Exportindustrie unfaire Vorteile zu verschaffen. In den vergangenen Wochen hat sich der Konflikt verschärft. Gleichzeitig warnen Politiker und Regulierer vor einem Währungskrieg, da eine Reihe von Ländern eingreift, um die eigene Währung niedrig zu halten oder eine Abwertung duldet. Die wichtigsten Länder der Welt schafften es bei der IWF-Tagung am Wochenende nicht, konkrete Beschlüsse zur Vermeidung einer Eskalation oder einem gemeinsamen Vorgehen zu verabschieden.