Die Schlacht ist geschlagen - der Sieger heißt Barack Obama. Hier finden Sie die aktuellsten Nachrichten und Reportagen, Analysen und Kommentare zum politischen Weltereignis in den USA.
Streit um Schuldfrage:Bankenkrise erreicht Wahlkampf
Wall Street trifft auf US-Präsidentschaftswahlkampf: Sowohl der McCain als auch Obama haben neue Wahlwerbespots geschaltet, in denen sie sich als Retter in der Krise preisen und ihrem Gegner Inkompetenz vorwerfen. von Hubert Wetzel (Berlin)
"Wie kann John McCain unsere Wirtschaft reparieren, wenn er nicht kapiert hat, dass sie kaputt ist?", fragt zum Beispiel ein Werbespot Obamas. Er spielt damit auf eine Äußerung des Republikaners an, der versichert hatte, das Fundament der US-Wirtschaft sei "stark". McCain feuerte zurück: "Senator Obama hat eine Wirtschaftskrise entdeckt und eine politische Gelegenheit gefunden. Meine Freunde, dies ist nicht die Zeit für politischen Opportunismus; dies ist die Zeit für Führung."
Die harten Attacken zeigen, dass die Kandidaten der Bankenkrise, die sie lange ignoriert hatten, mittlerweile politische Brisanz beimessen. Obama und McCain sind offenbar zu der Ansicht gelangt, dass eine Krise, in der so bekannte Banken wie Lehman Brothers und Merrill Lynch untergehen, Auswirkungen auf die Präsidentschaftswahl haben könnte und sie sich des Themas annehmen müssen.
Rezepte, wie sich ähnliche Krisen künftig verhindern ließen, bieten die Kandidaten kaum. Beide versprechen vage "Reformen", durch die "die Wall Street" an die Leine genommen werden soll. Die Wahlkampffloskeln gleichen sich dabei fast aufs Wort. Obama verspricht den Wählern "echte Regulierung, die Eure Anlagen und Renten schützt". McCain versichert: "Ich werde für eine Reform der Wall Street kämpfen und dafür, die Ersparnisse und Pensionen der Amerikaner zu schützen." Wie diese Reformen im Detail aussehen sollen, sagen die Kandidaten nicht.
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