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Merken   Drucken   12.02.2004, 14:35 Schriftgröße: AAA

Südkoreanische Forscher klonen menschlichen Embryo  

Forscher aus Südkorea haben einen menschlichen Embryo geklont und daraus Stammzellen für die Herstellung von neuem Gewebe gewonnen. Damit flammt der Streit um das Klonen von Menschen wieder auf.
Geklonte menschliche Embryos im Acht-Zellen-Stadium aus dem Labor ...   Geklonte menschliche Embryos im Acht-Zellen-Stadium aus dem Labor der Uni Seoul
Die Wissenschaftler stellen ihre Arbeit in der Online-Ausgabe des US-Fachjournals "Science" vom Freitag vor. Die Forscher nahmen das Erbmaterial einer Frau und setzten es in eine ihrer Eizellen ein. Daraus habe sich ein Embryo entwickelt, der in einem frühen Stadium zerstört wurde, um ihm Stammzellen zu entnehmen. "Unsere Methode öffnet eine Tür, um diese besonders entwickelten Zellen in der Transplantationsmedizin zu nutzen", sagte der Tiermediziner Woo Suk Hwang von der Nationaluniversität Seoul.
Durch die Methode des so genannten therapeutischen Klonens hoffen Wissenschaftler in aller Welt, Stammzellen zur Heilung schwer kranker Menschen zu gewinnen. Die Forscher wollen damit zum Beispiel Alzheimer und andere Demenzerkrankungen heilen oder zerstörtes Herzmuskelgewebe ersetzen.
Der Forschungserfolg in Südkorea könnte die internationale Debatte über ein Verbot des Klonens menschlicher Embryonen wieder anheizen. Die Vereinten Nationen haben kürzlich eine Entscheidung darüber verschoben. Die USA fordern ein totales Verbot, während Großbritannien das Klonen für medizinische Experimente zulassen will. In Deutschland sind solche Forschungen durch das Embryonenschutzgesetz verboten.
Laut Woo ist es im Zuge der Arbeit zum ersten Mal gelungen, menschliche Stammzellen zu Nervenzellen werden zu lassen. Die Wissenschaftler benutzten für ihre Arbeit mit 176 Eizellen von 16 Freiwilligen. Jede Frau spendete außerdem einige Zellen ihrer Eierstöcke. Wie beim Klonen von Tieren entfernten die Forscher den Zellkern der Eizellen und ersetzen sie durch einen Zellkern aus den Eierstock-Zellen. Mit Hilfe von Chemikalien wurde die Zellteilung beschleunigt, so dass sich 30 Blastozyten bildeten, fünf Tage alte Embryonen, die aus nur 100 Zellen bestehen. Die Stammzellen wiesen denselben genetischen Code auf wie die Spenderin.
Die Zellen begannen in Reagenzgläsern und nach der Übertragung auf Mäuse mit der Bildung von Muskel- und Knochengewebe. Jetzt wolle das Team untersuchen, wie die Zellen angeregt werden können, spezielle Gewebearten zu bilden, sagte Woo. Der Forscher befindet sich derzeit in Seattle, wo er an diesem Freitag sein Experiment vor der Presse vorstellen will. Woo hatte 1999 die ersten Kälber aus geklonten Zellen in Südkorea produziert.
  • FTD.de, 12.02.2004
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