Die Marke Noritake ist ein Inbegriff für sehr edles Geschirr. Den größten Umsatz macht der japanische Konzern Noritake allerdings mit elektronischen Displays - in diesem Bereich ist er weltweit führend. Nun könnte man annehmen, dass Noritake die weit gefächerte Anwendungspalette dieser Displays - von medizinischen Diagnosesystemen, über Fahrkartenautomaten hin zu Hi-Fi-Anlagen - im Hauptwerk im japanischen Ise, sowie in Billiglohnländern produziert. Doch das ist nicht richtig.
Der Konzern Noritake hat sich für eine andere Strategie entschieden, verlagerte Teile seiner Produktion von Japan nach Großbritannien - und setzte damit einen weltweiten Trend im verarbeitenden Gewerbe.
Während Noritake in Ise die standardisierte Anzeigeelemente produziert, passt sein britisches Werk in Great Yarmouth die Produkte den verschiedenen Kundenanfragen an. Das weit vom Hauptsitz entfernte Werk in Großbritannien hat mittlerweile eine globale Rolle übernommen. Es ist Noritakes internationales Zentrum für die Herstellung der Sonderanfertigungen, die in Europa, den USA und manchmal sogar in Japan verkauft werden.
Vorteile durch Standorte
Durch die zwei Standorte hat das Unternehmen erhebliche Vorteile. Im japanischen Hauptwerk kann es Masse produzieren, was spezielles Wissen und viel Erfahrung verlangt. Andererseits deckt das britische Werk die Bedürfnisse der westlichen Kunden ab, die einen schnellen und flexiblen Service fordern.
"Viel mehr Unternehmen sollten genau diese Detailplanung in ihre globale Fertigungsstrategie einbeziehen", sagt Mike Gregory, Leiter des Institute of Manufacturing an der Cambridge University. Da steigende Kosten für viele Hersteller zum Problem geworden sind, wird verstärkt darauf geachtet, wo bestimmte Fertigungsschritte am sinnvollsten durchgeführt werden könnten.
Bei der Entscheidung, wo welche Produktionsabläufe stattfinden sollten, muss viel bedacht werden. Folgende fünf Faktoren sollten dabei eine Rolle spielen:
Märkte Ein großer Teil der Direktinvestitionen nach China beispielsweise - insgesamt 55 Mrd. $ im vergangenen Jahr - dient dem Aufbau von Firmen, die die steigende Nachfrage vor Ort decken wollen. Es geht also weniger darum, das niedrige Lohnniveau Chinas für den Export zu nutzen, sondern um das Ausschöpfen eines rasant wachsenden Marktes.
Wenn ein Unternehmen das niedrige Lohnniveau dennoch für den heimischen Markt nutzen will, sollte es die hohen Transportkosten nicht vergessen. Und die sind dann besonders hoch, wenn die Produkte zerbrechlich, sperrig und relativ billig in der Herstellung sind - wie zum Beispiel Toilettenschüsseln.