Nach einem dramatischen Zweikampf hat Ex-Gouverneur Mitt Romney die republikanische Vorwahl im besonders wichtigen US-Staat Ohio hauchdünn für sich entschieden. Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen führte er mit 38 Prozent vor seinem Hauptkonkurrenten, dem ultrakonservativen Ex-Senator Rick Santorum. Ohio ist bei Präsidentschaftswahlen stets hart umkämpft, ein Vorwahl-Sieg in diesem Schlüsselstaat hat daher besonderes Gewicht.
Dennoch ist das Republikaner-Rennen um die Spitzenkandidatur weiterhin offen. Romney gewann am "Super Tuesday" zwar sechs der insgesamt zehn Vorwahlen, aber Santorum blieb ihm mit drei Siegen auf den Fersen. Romney punktete neben Ohio auch in Massachusetts, Virginia, Vermont, Idaho und Alaska, Santorum in Tennessee, Oklahoma und North Dakota.
Die Vorwahl in Alaska konnte Romney nach Angaben des US-Senders CNN mit 33 Prozent für sich entscheiden. Nach Auszählung von 86 Prozent der Stimmen führte er vor seinem Hauptkonkurrenten Santorum, der auf 29 Prozent der Stimmen kam.
Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich punktete lediglich in Georgia, will aber trotzdem im Rennen bleiben. Nach dem Sieg in seinem Heimatstaat setzt er nun auf die anstehenden Abstimmungen in den Südstaaten Alabama und Mississippi sowie im Bundesstaat Kansas.
Bei einem Auftritt in Steubenville (Ohio) feierte sich Santorum bereits als Sieger des Tages: "Wir haben im Westen gewonnen, im Mittelwesten und im Süden und wir sind bereit, überall in diesem Land zu gewinnen". Er stellte sich in seiner Rede als Außenseiter dar, der trotz geringer Ausgangschancen - vor allem wegen mangelnder finanzieller Ausstattung - große Erfolge feiern kann. "Es gab keinen einzigen Staat, in dem ich mehr Geld ausgegeben habe als die Leute, gegen die ich dort gewann", sagte er.
Romney seinerseits präsentierte sich demonstrativ als Herausforderer von Obama. "Ich stehe bereit, ... unser Land zum Wohlstand zu führen", sagte er vor jubelnden Anhängern in Boston (Massachusetts). Auf seine Rivalen ging der schwerreiche Geschäftsmann kaum ein. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, mindestens fünf Wahlen am "Super Tuesday" zu gewinnen, um sich deutlich von seinen Kontrahenten abzusetzen.
Insgesamt ging es am "Super Tuesday" um 437 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Republikaner im August. Das ist mehr als ein Drittel der Stimmen, die ein Bewerber dort benötigt, um zum Kandidaten gekürt zu werden.
Nach einer Zwischenrechnung des Senders CNN kommt Romney insgesamt auf 404 Delegierte, während Santorum 165 zugeschrieben werden. Gingrich kommt demnach auf 106, Paul auf 66. Für die Nominierung sind 1144 Delegierte nötig.
Romney hatte vor Dienstag bereits acht Vorwahlen für sich entschieden: in New Hampshire, Florida, Nevada, Maine, Arizona, Michigan, Wyoming und im Staat Washington. Santorum gewann in Iowa, Colorado, Minnesota und auch in Missouri. Gingrich hatte in South Carolina die meisten Stimmen.