Syriens Präsident Baschar al-Assad redet sich schon so lange ein, dass er nichts anderes tut, als mit all seiner Kraft die Nation vor Terroristen zu schützen, dass er längst selbst davon überzeugt ist. Ohne diese in Diktaturen typische und von keinerlei Tatsachen getrübte Verblendung hätte er nach eineinhalb Jahren Aufstand gegen seine Herrschaft längst aufgegeben. Die Suspendierung der Mitgliedschaft Syriens in der Organisation für Islamische Zusammenarbeit ist aus der Sicht des Regimes deshalb wohl kaum mehr als eine weitere Verschwörung des Westens und seiner Lakaien gegen ein Land, das sich wie Syrien dem Widerstand gegen Israel und die USA verschrieben hat.
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Doch für die Verbündeten Assads ist es schon weit schwieriger zu ignorieren, dass über 50 islamische Staaten einen Ausschluss Syriens unterstützt haben. Der Imageschaden, den Russland und China zu befürchten haben, wird immer größer. Insbesondere Moskau, das Assad mit der Umgehung von Sanktionen am Leben erhält, steht auf der falschen Seite der Geschichte - auf der Seite eines Schlächters.
Es ist nicht auszuschließen, dass bei der harten Entscheidung gegen Damaskus auch die Polarisierung zwischen sunnitischen und schiitisch-alawitischen Muslimen eine Rolle spielt; Assad ist Alawit, der Islam schiitisch, während die große Mehrheit der Muslime Sunniten sind. Dennoch: Selbst die islamischen Staaten, viele auch keine Musterbeispiele an Demokratie, sind nicht mehr bereit, ein Mitgliedstaat zu dulden, dessen Regime das eigene Volk bombardieren lässt.
Der Iran, der zusammen mit Algerien gegen die Suspendierung gestimmt hat, versucht nicht einmal mehr, die Gewalt klein zu reden. Außenminister Ali Akbar Salehis Hauptargument in Mekka war, dass die Entscheidung unfair sei. Syrien hätte angehört werden müssen bei einem so weitreichenden Beschluss. Teheran ist wegen seines umstrittenen Atomprogramms selbst international isoliert und wird sich gut überlegen müssen, ob es sich dauerhaft gegen die "Ummah", die muslimische Weltgemeinschaft, stellen will.
Der Iran sieht sich als Führungsmacht der muslimischen Welt. So wie es jetzt aussieht, ist er eine Führungsmacht ohne Gefolgschaft. Allein für diese Botschaft hat sich der Sondergipfel in Mekka gelohnt.