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Merken   Drucken   19.07.2009, 11:59 Schriftgröße: AAA

Taliban-Geisel: Video zeigt verschleppten US-Soldaten  

Die Radikal-Islamisten in Afghanistan drohen mit seiner Emordung: Am Sonntag ist ein Band aufgetaucht, das den seit Juni vermissten Soldaten zeigt. Darin fleht er seine Regierung an, die US-Truppen aus dem umkämpften Land sofort abzuziehen.
Ein seit Ende Juni in Afghanistan vermisster US-Soldat ist am Sonntag auf einem im Internet zugänglichen Video aufgetaucht. In den Aufzeichnungen appelliert der kahlgeschorene Soldat an die US-Bevölkerung, sich für einen Abzug aus Afghanistan einzusetzen.
Das US-Militär bestätigte, dass es sich bei dem Mann um den vermissten Soldaten handelt und verurteilte die Veröffentlichung des Videos. Es verstoße gegen internationales Recht, dass der Soldat von den Taliban für Propaganda-Zwecke eingesetzt werde, sagte ein Sprecher des US-Militärs. Man werde weiterhin alles tun, um den Mann sicher und unverletzt zu retten.
Am Donnerstag hatten die radikal-islamischen Taliban mitgeteilt, der Soldat sei in ihrer Gewalt und werde getötet, falls die Suche nach ihm nicht eingestellt werde. Die am Sonntag aufgetauchten Videosequenzen waren auf keiner der Internetseiten veröffentlicht worden, die von den Taliban oder dem Islamisten-Netzwerk El-Kaida üblicherweise genutzt werden. Auszüge sind auf der Video-Plattform You Tube zu sehen.
"Ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe, nach Hause zu kommen," sagt der Soldat in der Aufzeichnung. Er habe eine Freundin, die ihn heiraten wolle. In einer anderen Einstellung wird der Mann, der bei guter Gesundheit zu sein scheint, beim Essen gezeigt. Er trägt die graue, traditionelle Kleidung Afghanistans.
"Bitte holt uns heim" Von einer im Bild nicht zu sehenden Person wird er auf Englisch in mehreren Szenen dazu aufgefordert, etwas zu sagen. "An meine amerikanischen Landsleute, die hier Angehörige haben und wissen, wie es ist, sie zu vermissen: Ihr habt die Macht, unsere Regierung dazu zu bringen, sie nach Hause zu holen", sagt der Soldat und fährt fort: "Bitte holt uns heim, so dass wir dorthin zurückkehren können, wo wir hingehören und hier drüben nicht unser Leben und unsere Zeit verschwenden."
Der US-Soldat war Ende Juni bei einer Patrouille in Paktika verschleppt worden. Eine Sprecherin des US-Militärs sagte, nach ihrem Kenntnisstand sei es das erste Mal, dass ein Angehöriger der US-Streitkräfte in Afghanistan von Feinden gefangen genommen worden sei.
Kurz nach der Verschleppung startete das US-Militär in der südlichen Unruheprovinz Helmand ihre bislang größte Offensive seit Beginn des Afghanistankriegs. Mit dem Vorstoß will US-Präsident Barack Obama die Sicherheitslage vor der afghanischen Präsidentenwahl am 20. August verbessern.
  • Reuters, 19.07.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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