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Merken   Drucken   26.03.2007, 16:00 Schriftgröße: AAA

Taliban nehmen Bundeswehr ins Visier  

Die Taliban in Afghanistan haben in einer deutschen Zeitschrift Selbstmordattentate gegen die Bundeswehr angekündigt. Deutschland sei demnach ebenso ein Feind wie die USA. Die forderten die Europäer auf, mehr Soldaten an den Hindukusch zu entsenden.
Wiedererstarkt: ein Taliban-Kämpfer in Afghanistan   Wiedererstarkt: ein Taliban-Kämpfer in Afghanistan
Es sind düstere Drohungen, mit denen sich Talibanführer Mullah Obaidullah Achund im Monatsmagazin "Cicero" zitieren lässt: "Keine der westlichen Truppen wird verschont. Nicht die Deutschen, nicht die Briten, nicht die Kanadier und schon gar nicht die Amerikaner. Wir werden sie alle töten, wir dürsten nach ihrem Blut."
Mehr als 6000 junge Krieger würden sich im Kampf für Allah opfern, sagte Achund, der früher afghanischer Verteidigungsminister war und als Nummer drei in der Taliban-Hierarchie gilt. Ein weiterer Vertrauter des al-Kaida-Führers Osama Bin Laden, Maulana Noor Mohammed, sagte dem Magazin, die Bundeswehr schicke Kampftruppen und Kampfflugzeuge in den Kampf gegen den Islam und massakriere islamische Gläubige. "Deutschland ist ebenso ein Feind für die wahrhaft Gläubigen wie die USA", sagte der Taliban.
Die offen ausgesprochenen Drohungen reflektieren das gestiegene Selbstbewusstsein der Gotteskrieger, die mit ihren Truppen bereits Teile Afghanistans wieder unter ihre Kontrolle gebracht haben. Die vom Westen unterstützte, aber dennoch schwache Zentralregierung unter Hamid Karsai hält praktisch nur noch in den Großstädten das Zepter in der Hand.
USA fordern mehr Unterstützung
Die USA haben die Nato-Partner deshalb zum wiederholten Mal aufgefordert, weitere Truppen nach Afghanistan zu entsenden und in dem Land größere Wiederaufbauhilfe zu leisten. Es sei eine größere Zahl von Soldaten und mehr Flexibilität bei dem Einsatz notwendig, sagte Außenstaatssekretär Nicholas Burns am Montag in Brüssel. Die USA seien Staaten wie Großbritannien, Estland, Rumänien und den Niederlanden sehr dankbar, dass sie sich bereits an den Kämpfen beteiligten. Die Vorbehalte der anderen Länder müssten beseitigt werden.

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