Das erfuhr die FTD von Mohammad Ali Ramin, einem "wissenschaftlichen Berater" von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der nach eigenen Angaben die Idee zu dem Projekt lieferte und es federführend betreuen soll.
"Falls die Kommission tatsächlich herausfindet, dass die Deutschen sechs Millionen Juden ermordet haben, wird eine zweite multinationale Kommission sich eine entsprechende Strafe überlegen müssen", sagte Ramin der FTD. Das schließe auch die Übergabe von deutschem Territorium für einen Judenstaat ein.
"Holocaust-Story" bloßstellen
Der 52-jährige Ramin ist Lehrbeauftragter für Sozialwissenschaften an iranischen Universitäten und ein Weggefährte von Mahmud Ahmadinedschad. Während der Amtszeit des reformorientierten Präsidenten Mohammed Chatami hielten sie häufig gemeinsam Vorträge an der Universität von Teheran. Wie in vielen muslimischen Staaten ist es in Iran seit Jahrzehnten Inhalt politischer und religiöser Botschaften, den Holocaust als "Mythos" zu bezeichnen. Erst seit dem Amtsantritt des Fundamentalisten Ahmadinedschad wird dies und die Aufforderung zur Zerstörung Israels aber wieder ohne Rücksicht auf diplomatische Verluste ins Ausland kommuniziert.
Das eigentliche Ziel der Veranstaltung wird aber sein, das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen. "Die Holocaust-Story war der Vorwand für die Entstehung des verbrecherischen israelischen Regimes", sagte Ramin. "Die westlichen Völker dulden und finanzieren die Verbrechen nur, weil ihnen weisgemacht wird, sie hätten sechs Millionen Juden ermordet." Insofern diene die Konferenz auch dem Ziel des Präsidenten, Israel von der Landkarte zu tilgen. "Dieses Regime, das die USA als ihren Stützpunkt in der Region geschaffen haben, muss beseitigt werden", sagte Ramin.
Einladung an deutsche Regierung
Ihm liege "eine lange Liste" mit Namen potenzieller deutscher Teilnehmer vor. "Die deutsche Bundesregierung ist auch herzlich eingeladen, wissenschaftliche Vertreter zu der Veranstaltung zu entsenden." Irans Außenamtssprecher Hamid Reza Asefi lud am Sonntag auch Großbritanniens Premier Tony Blair ein. Die Konferenz wird von vielen staatlichen Institutionen unterstützt.
An Kontakten in Europa dürfte es Ramin nicht mangeln: Er hat zehn Jahre in Deutschland Maschinenbau und Verfahrenstechnik studiert, spricht fließend Deutsch und hat hier zu Lande mehrere Podiumsdiskussionen zum Thema Israel und Holocaust bestritten. Zuletzt wurde ihm Ende 2004 die Einreise nach Deutschland verweigert. Einem möglichen Konferenzgast, dem Neonazi und Holocaust-Leugner Horst Mahler, haben brandenburgische Behörden am Freitag vorsorglich für ein halbes Jahr den Reisepass entzogen.
Mit der Konferenz erfülle Präsident Ahmadinedschad auch ein Wahlversprechen, sagte Ramin: "Seit 27 Jahren werden wir im Westen als Verbrecher verleumdet. Jetzt nehmen wir wieder unsere Rolle als Richter ein und ziehen die wahren Verbrecher zur Rechenschaft."