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18.02.2011, 16:03
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Teure Lebensmittel:
China stemmt sich gegen Inflation
Damit die Preise nicht noch mehr steigen, bremst die Volksrepublik Banken - und denkt über geringere Zölle auf Nahrungsmittel nach. Zugleich lässt die Notenbank den Renminbi auf den höchsten Stand seit 17 Jahren, um Diskussionen auf dem G20-Gipfel vorzugreifen.
von Kai Makus
Die chinesischen Banken sollen weniger Kredite ausreichen. Die Zentralbank erhöhte am Freitag den Mindestreservesatz für die Institute um 50 Basispunkte auf 19,5 Prozent. Damit müssen die Geschäftsbanken mehr eigenes Kapital in den Büchern vorbehalten. Sie können damit weniger Hypotheken oder Konsumentenkredite gewähren. Der Schritt ist der nächste im Kampf der People's Bank of China (PBOC) gegen eine Überhitzung der Wirtschaft und ausufernde Inflation. Erst vor zehn Tagen hatte die Notenbank den Leitzins angehoben: Der entscheidende Jahressatz beträgt derzeit 6,06 Prozent. Einlagen bei der PBOC werden mit 3,0 Prozent verzinst. Er war bereits die dritte Anhebung der entscheidenden Sätze seit Mitte Oktober.
Das Bruttoinlandsprodukt Chinas hat im vergangenen Jahr erneut um mehr als zehn Prozent zugelegt - trotz aller Bemühungen der Regierung, das Wachstums zu dämpfen. Die Inflationsrate war im Januar auf 4,9 Prozent gestiegen. Sie liegt damit den vierten Monat nacheinander über den Zielmarke Pekings von vier Prozent. Analysten westlicher Banken warnen, dass die jährliche Teuerung im Jahresdurchschnitt 2011 sogar über die Marke von fünf Prozent steigen könnte. Der durch die Dürre im Norden des Landes kräftig gestiegene Weizenpreis droht Lebensmittel weiter zu verteuern. Zugleich steuert das Land auf eine Immobilienblase zu. Sie wird angeheizt durch günstige Hypotheken, die die Geschäftsbanken wegen der in den zurückliegenden zwei Jahren um die Hälfte gewachsenen Geldmenge ausreichen können.
Die Furcht vor Inflation treibt derzeit Anleger in den Industriestaaten, aber auch in vielen Schwellenländern um. Hintergrund ist die Liquiditätsflut, mit der große Notenbanken wie die US-amerikanische Fed oder die Europäische Zentralbank (EZB) die Folgen der Finanzkrise zu bekämpfen versuchen. Die dadurch angeschwollene Geldmenge kann eine Teuerungswelle nach sich ziehen. Zugleich ziehen die Notierungen für Industrie- und Agrarrohstoffe an - auch, weil spekulatives Kapital lukrative Anlagemöglichkeiten sucht und sie an den Warenterminmärkten findet. Auch sorgt die durch die konjunkturelle Erholung weltweit gestiegene Nachfrage nach Rohstoffen und Nahrung für latenten Preisdruck.
Infografik - Leitzinsen und Inflation
Um der Teuerung Herr zu werden, hat die kommunistische Führung Chinas bereits Preiskontrollen für Lebensmittel angedroht. Neu sind Überlegungen, die Einfuhr von Nahrungsmitteln durch niedrigere Importzölle zu verbilligen. Details stünden noch nicht fest, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei chinesische Gewährsleute. Offiziell gab es keine Stellungnahme zu dem Bericht. China hatte bereits 2008, als die Nahrungsmittelpreise zuletzt ein ähnliches Niveau erreicht hatte, die Importzölle für Sojaöl zeitweise um einen Prozentpunkt zurückgenommen.
Teil 2: China wehrt sich gegen "Druck von außen"
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FTD.de, 18.02.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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