Der Direktor der Uno-Umweltbehörde, Klaus Töpfer
Das Kioto-Protokoll sei wichtig, weil damit verbindliche Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen vereinbart worden seien. "Wir müssen aber weiter gehen", forderte Töpfer am Dienstag am Rande des Jahreskongresses des nationalen Rates für nachhaltige Entwicklung in Berlin.
Mit Blick auf das Auslaufen der Kioto-Vereinbarungen im Jahr 2012 sagte Töpfer: "Die Ziele sind nicht ehrgeizig genug. Wir müssen mehr machen. Auch zum Vorteil unserer Wirtschaft auf mittlere und längere Sicht." Mit dem Kioto-Abkommen haben sich die meisten Industriestaaten verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis 2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Töpfer zeigt Distanz zu Merkel
Mit seiner Forderung nach weiter reichenden Abkommen stellte sich der frühere Bundesumweltminister gegen Äußerungen von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel, die ihn nach seinem Wechsel zu den Vereinten Nationen im Umweltministerium abgelöst hatte. Merkel hatte zuletzt vor einer dauernden Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz und auf den massiven Ausstoß von Treibhausgasen etwa in Schwellenländern verwiesen. "Politik im nationalen Schrebergarten" sei nicht die richtige Antwort, hatte sie gesagt.
Außerdem sprach er sich dagegen aus, die von den Unionsparteien angestrebte Verlängerung der Restlaufzeiten für deutsche Atomkraftwerke mit Umweltgründen zu rechtfertigen. Bei jedem Energieträger sollte stattdessen darauf geachtet werden, dass dessen Umweltbilanz durch moderne Technik verbessert werde. Außerdem verwies er auf die ungeklärte Endlagerproblematik. "Wir müssen mit dabei sein, wenn wir sichere Lösungen für die Abfälle suchen."