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  FTD-Serie: Spur der Verwüstung

Hurrikan "Katrina" hat mit seiner Wucht im Süden der USA ganze Städte ausgelöscht, tausende Menschen kamen ums Leben. Der Schaden ist gigantisch. Alle Nachrichten, Bilderserien und Hintergründe hier auf einen Blick.

Merken   Drucken   06.09.2005, 15:41 Schriftgröße: AAA

Töpfer fordert Nachfolger für Kioto-Protokoll

Der Chef der Uno-Umweltbehörde, Klaus Töpfer, hat sich angesichts der Hurrikankatastrophe in den USA für eine globale Energiewende ausgesprochen. Er warnte davor, einseitig auf die Energieträger Öl und Kohle zu setzen und mahnte neue Klimaschutzabkommen an.
Der Direktor der Uno-Umweltbehörde, Klaus Töpfer   Der Direktor der Uno-Umweltbehörde, Klaus Töpfer
Das Kioto-Protokoll sei wichtig, weil damit verbindliche Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen vereinbart worden seien. "Wir müssen aber weiter gehen", forderte Töpfer am Dienstag am Rande des Jahreskongresses des nationalen Rates für nachhaltige Entwicklung in Berlin.
Mit Blick auf das Auslaufen der Kioto-Vereinbarungen im Jahr 2012 sagte Töpfer: "Die Ziele sind nicht ehrgeizig genug. Wir müssen mehr machen. Auch zum Vorteil unserer Wirtschaft auf mittlere und längere Sicht." Mit dem Kioto-Abkommen haben sich die meisten Industriestaaten verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis 2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Töpfer zeigt Distanz zu Merkel
Mit seiner Forderung nach weiter reichenden Abkommen stellte sich der frühere Bundesumweltminister gegen Äußerungen von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel, die ihn nach seinem Wechsel zu den Vereinten Nationen im Umweltministerium abgelöst hatte. Merkel hatte zuletzt vor einer dauernden Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz und auf den massiven Ausstoß von Treibhausgasen etwa in Schwellenländern verwiesen. "Politik im nationalen Schrebergarten" sei nicht die richtige Antwort, hatte sie gesagt.
Außerdem sprach er sich dagegen aus, die von den Unionsparteien angestrebte Verlängerung der Restlaufzeiten für deutsche Atomkraftwerke mit Umweltgründen zu rechtfertigen. Bei jedem Energieträger sollte stattdessen darauf geachtet werden, dass dessen Umweltbilanz durch moderne Technik verbessert werde. Außerdem verwies er auf die ungeklärte Endlagerproblematik. "Wir müssen mit dabei sein, wenn wir sichere Lösungen für die Abfälle suchen."
"Klimawandel ist keine Vision"
Bilderserie: Apokalypse in New Orleans
Töpfer sprach sich für eine langfristige Abkehr von Öl und Kohle aus. "Wenn wir einseitig nur auf Öl setzen - auf die fossilen Energieträger Kohle und Gas - dann wird das nicht gehen." Er warnte vor mittel- und langfristigen Preissteigerungen durch steigende Energiekosten. Zudem sei der Klimawandel eindeutig auf die Belastung durch fossile Energieträger zurückzuführen. "Der Klimawandel ist keine Vision, er findet jetzt schon statt", sagte Töpfer am Dienstag vor rund 1000 Experten auf den Kongress zur Nachhaltigkeit. Bei der Energieversorgung dürfe nur noch so wenig Kohlenstoff wie möglich verbraucht werden. Am Rande des Treffens wurde bekannt, dass der 67-jährige Töpfer seinen Posten an der Spitze der Uno-Umweltbehörde nach acht Jahren Anfang 2006 räumen will. Das Angebot von Uno-Generalsekretär Kofi Annan, seine Amtszeit um zwei weitere Jahre zu verlängern, habe er dankend abgelehnt, bestätigte ein Sprecher Töpfers am Sitz der Behörde in Nairobi. FTD-Newsticker - die aktuelle Nachrichtenlage für Ihr Java-Handy.FTD Desktop-Alarm - Eilmeldungen schnell auf Ihren PC.FTD Bildschirmschoner - aktuelle Nachrichten und Aktienkurse direkt auf den PC.
  • FTD.de, 06.09.2005
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