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  FTD-Serie: Die Top-Ökonomen

Es gibt kaum eine heiße wirtschaftspolitische Debatte oder kluge ökonomische Analyse, in der ihr Name nicht fällt: Joseph Stiglitz, Kenneth Rogoff und Jagdish Bhagwati bilden mit einem guten Dutzend weiterer Top-Ökonomen einen einzigartigen Think Tank. So konträr ihre Ansichten auch sein mögen: Sie schreiben für eine exklusive Serie, die die FTD in Zusammenarbeit mit der internationalen Public-Benefit-Organisation 'Project Syndicate' veröffentlicht.

Merken   Drucken   15.01.2012, 23:14 Schriftgröße: AAA

Top-Ökonomen: Barry Eichengreen - Die zwei Fallen der Euro-Krise

Europas Politiker haben versagt: Sie haben die Griechenland-Krise zu einer Euro-Krise heranwachsen lassen. Doch die Situation kann überwunden werden. Wenn alle mithelfen - und die EZB weiter Geld druckt.
© Bild: 2011 Richard Morgenstein
Kommentar Europas Politiker haben versagt: Sie haben die Griechenland-Krise zu einer Euro-Krise heranwachsen lassen. Doch die Situation kann überwunden werden. Wenn alle mithelfen - und die EZB weiter Geld druckt. von Barry Eichengreen 
Barry Eichengreen ist Professor für Volkswirtschaft und Politologie an der University of California in Berkeley.

Die Euro-Krise lässt nicht nach. 2011 sollte eigentlich das Jahr sein, in dem die Politiker die Lage endlich in den Griff bekommen. Stattdessen wurde alles nur noch schlimmer. Was als Griechenland-Krise angefangen hatte, wurde zu einer Krise Südeuropas und schließlich zu einer gesamteuropäischen Krise. Ende des Jahres waren Banken und Regierungen schließlich so weit, Notfallpläne für ein Auseinanderbrechen der Währungsunion auszuarbeiten.
Unausweichlich war das alles nicht. Die Entwicklung ist vielmehr dem Versagen der Politik geschuldet. Die Verantwortlichen haben es nicht geschafft, zwei Teufelskreise zu durchbrechen.
Der fallende Euro ist ...

 

Der fallende Euro ist ...

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Der erste entstand durch die Verknüpfung zwischen Staatsverschuldung und Banken. Die Investoren zweifelten an der Fähigkeit der Staaten, ihre Schulden zurückzuzahlen. Dadurch stiegen die Zinsen und fielen die Kurse von Staatsanleihen. Doch die staatliche Schuldenkrise schadete eben auch dem Vertrauen in Europas Banken, denn die halten einen Großteil der Staatsanleihen. Die Banken konnten sich kein Geld mehr leihen und deshalb auch keine Kredite mehr vergeben. Und als es mit der Konjunktur bergab ging, wurden die Aussichten auf eine fiskalische Konsolidierung immer düsterer. Die Anleihekurse fielen weiter und schadeten Europas Banken noch mehr.
Die EZB hat Europas Banken gerettet Die Europäische Zentralbank hat diesen Teufelskreis durchbrochen, indem sie den Banken gegen eine breite Palette an Sicherheiten drei Jahre lang Liquidität garantiert. Das hat den Banken das nötige Vertrauen gegeben, selbst wieder Kredite zu vergeben.
Zynische Beobachter sagen, die EZB wolle die Banken nur dazu bringen, die Anleihen der Krisenländer zu kaufen. Aber das würde die Kreditportfolios der Banken nur weiter schwächen - zu einer Zeit, da die Aufsichtsbehörden verzweifelt versuchen, die Bankbilanzen zu stärken.
Die Entscheidung der EZB, den Banken unbegrenzt Liquidität zur Verfügung zu stellen, ist keine Lösung für das Schuldenproblem der Krisenländer. Das war auch gar nicht die Absicht der EZB. Aber die Maßnahme sorgt zumindest dafür, dass die Staatsschuldenkrise nicht auch noch eine Bankenkrise auslöst, die das Schuldenproblem sonst immer weiter vergrößern würde.

Teil 2: Der zweite Teufelskreis

  • FTD.de, 15.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 07.03.2012 13:02:35 Uhr   Michael Bertha: RE: InfoWarrior

    „Im Prinzip ja!“, wie Radio Eriwan sagen würde.
    Die Krise wird international ein Ausmaß erreichen, dass mit den Mitteln der liberalen Marktwirtschaft nicht mehr beherrschbar ist. Auch die Weltwirtschaftskrise von 1929 wurde nicht durch den Markt beseitigt, sondern durch die Kriegswirtschaften der 30er Jahre.

    Offenkundig ist der angelsächsische Finanzkapitalismus ein Quell der Probleme, da dieser die Bankenkrise hervorgebracht hat.

    Die Anstiege der Staatsquoten ging mit dem Rettungspaketen für die Banken einher. Natürlich wäre es besser gewesen man hätte die Banken den Insolvenzverwaltern überlassen, anstatt sie mit Steuerbilliarden zu retten.

    Der Staat hat auch nicht grundsätzlich zu viel Personal, alleine im öffentlichen Dienst wurden Millionen Überstunden „angespart“. Polizei und Justiz sind personell überfordert. Die Kindergartengruppen und Schulklassen sind in Deutschland seit Jahrzehnten zu groß und das Personal in den Krankenhäusern und Pflegeanstalten steht unter krank machendem Dauerdruck.

    Ihre Anmerkungen zum Thema Freihandel sind „schief“.
    Weniger Freihandel führt nicht zu weniger Wohlstand, da mehr Freihandel auch nicht automatisch zu mehr Wohlstand führt.
    Auch bedeutet weniger Freihandel nicht, dass es überhaupt keinen internationalen Handel mehr gibt.
    In den 1950er und 60er Jahren hatten wir sehr viel weniger internationalen Freihandel, trotzdem nahm der Wohlstand kontinuierlich zu. Die Frage welches Maß an Freihandel für einen Nation gut ist, kann eben nicht mit einem pauschalen „je mehr desto besser“ beantwortet werden. Die Möglichkeit „ungestraft“ Produktion ins Ausland verlagern zu können, vernichtet mehr Wohlstand bei der Bevölkerungsmehrheit, als diese durch „billige“ Importe aus China gewinnt. Sowohl Deutschland als auch die EU haben ein beständiges Außenhandelsdefizit gegenüber der VRC.

    Es ist unzutreffend, dass sämtliche in der Geschichte durchgeführten Preiskontrollen zu Wohlstandsverminderung und Armut geführt haben. Diese Lüge ist unter FDP-Anhängern allerdings sehr populär.
    Der Wohlstand der Mieter in Deutschland z.B. sinkt, weil die Sozialbindung vieler Wohnung wegfällt, was im Ergebnis zu drastischen Mietsteigerungen führt und indirekt auch die öffentlichen Haushalte belastet.
    Weiterhin ist es für den Unternehmer unerheblich, ob Preissenkungsdruck durch die Konkurrenz oder den Verordnungsgeber ausgeübt wird; daher ist auch Ihre weitere Argumentation schon im Ansatz falsch.
    Es ist positiv, wenn der Staat Monopolgewinne beschränkt.

    Weiterhin sind Ihre Ausführungen zu den Energiekosten falsch. Die Erhöhungen sind zum einen durch die internationalen Energiemärkte und zum anderen durch Preis- und Marktmanipulation der Energiekonzerne und -händler bedingt.

    Liberale Propagandaschriftsteller - wie Miess oder Hayek - haben keine geeigneten Vorschläge zur Lösung irgendeines Problems gemacht, noch irgendein Problem auch nur angemessen analysiert.

  • 16.02.2012 16:57:14 Uhr   Armleuchter: Pleite-Euro
  • 21.01.2012 10:47:40 Uhr   M.R.: alte Privilegien durch neue ersetzen?
  • 19.01.2012 16:35:40 Uhr   Heino: Ökonomische Prognosen sind Kaffeesatzleserei...
  • 16.01.2012 14:32:56 Uhr   Robert: Blabla
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