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  FTD-Serie: Die Top-Ökonomen

Es gibt kaum eine heiße wirtschaftspolitische Debatte oder kluge ökonomische Analyse, in der ihr Name nicht fällt: Joseph Stiglitz, Kenneth Rogoff und Jagdish Bhagwati bilden mit einem guten Dutzend weiterer Top-Ökonomen einen einzigartigen Think Tank. So konträr ihre Ansichten auch sein mögen: Sie schreiben für eine exklusive Serie, die die FTD in Zusammenarbeit mit der internationalen Public-Benefit-Organisation 'Project Syndicate' veröffentlicht.

Merken   Drucken   04.07.2011, 10:27 Schriftgröße: AAA

Top-Ökonomen: Dani Rodrik - Eine Wette gegen das Volk

Griechenlands Führung hat die Katastrophe noch einmal abgewendet. Sie kann das Sparprogramm aber nicht auf Dauer gegen die Proteste der Bürger durchprügeln. Noch ist das Land nicht aus dem Gröbsten raus.
© Bild: 2011 Getty Images
Kommentar Griechenlands Führung hat die Katastrophe noch einmal abgewendet. Sie kann das Sparprogramm aber nicht auf Dauer gegen die Proteste der Bürger durchprügeln. Noch ist das Land nicht aus dem Gröbsten raus. von Dani Rodrik 
Dani Rodrik ist Professor für internationale politische Ökonomie an der Universität Harvard
Griechenland hat sich mit dem neuen Rettungspaket etwas Zeit erkauft, aber noch ist das Land nicht aus dem Gröbsten raus. Es bleibt abzuwarten, ob sich die von der Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou zugesagte Ausweitung der Sparpolitik als politisch akzeptabel und durchhaltbar erweisen wird. Die Geschichte gibt Anlass zur Skepsis. Wenn die Forderungen der Finanzmärkte und ausländischen Kreditgeber mit denen der örtlichen Arbeiter, Rentner und der Mittelschicht kollidieren, haben in einer Demokratie meist die Einheimischen das letzte Wort.
Proteste in Athen Aufräumen nach Krawallnacht
Die historische Orientierungsmarke bleibt Großbritanniens Abschied vom Goldstandard 1931. Großbritannien hatte den Fehler gemacht, die Parität mit dem Gold auf einem Niveau wiederherzustellen, bei dem die Wirtschaft absolut nicht mehr konkurrenzfähig war, und hatte anschließend jahrelang mit Deflation und steigender Arbeitslosigkeit zu kämpfen.
Wer treibt die Griechen in die Pleite?

 

Wer treibt die Griechen in die Pleite?

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Branchen wie Kohle, Stahl und Schiffbau waren hart getroffen, und überall gab es Arbeitskämpfe. Selbst als die Arbeitslosigkeit 20 Prozent erreichte, war die Bank von England gezwungen, die hohen Zinsen aufrechtzuerhalten, um einen massiven Abfluss des Goldes zu verhindern. Im September 1931 zwang der Druck der Finanzmärkte das Land, den Goldstandard aufzugeben.
Dies war nicht das erste Mal, dass finanzwirtschaftliche Integrität die Realwirtschaft zwang, unter dem Goldstandard zu leiden. Aber etwas war diesmal anders: Großbritannien hatte sich zu einer demokratischeren Gesellschaft entwickelt; die Arbeiterklasse hatte sich gewerkschaftlich organisiert; die Zahl der Wahlberechtigten hatte sich seit Ende des Ersten Weltkrieges vervierfacht; Massenmedien berichteten über die wirtschaftliche Not der Bevölkerung, und eine sozialistische Bewegung stand in den Startlöchern. Ihren eigenen Instinkten zum Trotz begriffen die Notenbanker und ihre politischen Herren, dass sie die Folgen von Rezession und Arbeitslosigkeit spüren würden.
Auch die Anleger begriffen dies. Und wenn die Finanzmärkte beginnen, die Bekenntnisse einer Regierung infrage zu stellen, werden sie eine destabilisierende Kraft. Beim kleinsten Anzeichen, dass die Dinge falsch laufen, brechen Investoren und Anleger ihre Zelte ab, bringen ihr Kapital außer Landes und beschleunigen so den Zusammenbruch der Währung.
Dasselbe Spiel lief Ende der 90er-Jahre in Argentinien ab. Dreh- und Angelpunkt der argentinischen Wirtschaftsstrategie war nach 1991 das Konvertibilitätsgesetz, das den Wechselkurs des Peso gegenüber dem Dollar bei 1:1 festschrieb und Kapitalflussbeschränkungen verbot.

Teil 2: Vielleicht gibt es einen anderen Weg

  • FTD.de, 04.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 09.07.2011 23:48:48 Uhr   SGM: @khaproperty

    Beispielhafter Kommentar. Als ob die Wahl nur zwischen Marktradikalität oder Kommunismus bestünde. Ebenso wie die Umfrage der FTD hier im Einlinker, ob der Euro bestehen wird und wie lange noch. Auch hier fehlen weitere Alternativen, nämlich ein Weiterbestehen als Mischform. Mit einer Euro-Zohne D/A/F/BeNeLux mit dem Euro als Zahlungsmittel und der Rest-EU mit regionalen Währungen und festem Wechselkurs zu Euro vgl. ECU.

    matt_us spricht von europäischen Lösungen. Die FTD klagt seit Jahr und Tag über die leistungsträgerfeindliche Wüste namens Deutschland und ist immer noch nicht ausgewandert. Wohin auch? Warum ist der Henkel noch da? Der Merz? Der Sinn? Wo es doch hier sooo grottig ist. - Man kann über matt_us seine Vorschläge im Detail streiten, aber daran, dass sich Staat+Urnenpöbel neue Einnahmequellen erschliessen, führt kein Weg vorbei. Auch wenn man da das Schild Kommunismus anpappt. Was viele Russen und Chinesen als Verhöhnung auffassen würden.

  • 06.07.2011 21:01:20 Uhr   khaproperty: @ matt_us :
  • 06.07.2011 09:48:55 Uhr   Dr. Martin Weigele: In Harvard gibt weit bessere "Top-Ökono...
  • 04.07.2011 22:41:25 Uhr   Peter Lyssy: Si tacuisses..
  • 04.07.2011 17:35:59 Uhr   matt_us: STEUERN
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