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  FTD-Serie: Die Top-Ökonomen

Es gibt kaum eine heiße wirtschaftspolitische Debatte oder kluge ökonomische Analyse, in der ihr Name nicht fällt: Joseph Stiglitz, Kenneth Rogoff und Jagdish Bhagwati bilden mit einem guten Dutzend weiterer Top-Ökonomen einen einzigartigen Think Tank. So konträr ihre Ansichten auch sein mögen: Sie schreiben für eine exklusive Serie, die die FTD in Zusammenarbeit mit der internationalen Public-Benefit-Organisation 'Project Syndicate' veröffentlicht.

Merken   Drucken   14.06.2011, 14:28 Schriftgröße: AAA

Top-Ökonomen: George Soros - Geheimbund Rohstoffindustrie

Öl-, Gas- und Bergbaufirmen verdienen Milliarden. Ihr Finanzgebaren allerdings ist undurchschaubar. Es ist höchste Zeit, sie zur Offenlegung zu zwingen.
© Bild: 2010 Bloomberg
Kommentar Öl-, Gas- und Bergbaufirmen verdienen Milliarden. Ihr Finanzgebaren allerdings ist undurchschaubar. Es ist höchste Zeit, sie zur Offenlegung zu zwingen. von George Soros 
George Soros ist Präsident von Soros Fund Management.
Die Kampagne, die Unternehmen der Rohstoffindustrie zur Offenlegung ihres Finanzgebarens verpflichten soll, gewinnt an Dynamik - und Frankreich steht dabei an der Spitze der Bemühungen. Präsident Nicolas Sarkozy  gebührt deshalb Beifall für die Unterstützung einer neuen Initiative, die auf strengere Transparenzstandards für alle Erdöl-, Gas- und Bergbauunternehmen abzielt, die an europäischen Börsen notieren.
Viele Rohstoffe verteuern sich drastisch. Dahinter steckt ...

 

Viele Rohstoffe verteuern sich drastisch. Dahinter steckt ...

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Als Land im Zentrum der Europäischen Union, das derzeit den Vorsitz in den G8 und den G20 führt, ist Frankreich prädestiniert, einen derartigen Regulierungsschritt voranzutreiben. Das Jahr 2011 bietet eine einmalige Gelegenheit für die wichtigsten Kapitalmärkte, klare und präzise Vorschriften aufzustellen. Regierungsbehörden sollten einen vollständigen Einblick erhalten.
Durch die Förderung von Öl und Gas sowie die Rohstoffgewinnung im Bergbau werden jedes Jahr Milliarden Dollar erwirtschaftet, von denen Regierungen und Unternehmen profitieren. Außerdem spielen diese Industrien oft eine zentrale Rolle in der ökonomischen Entwicklung rohstoffreicher Länder. Doch trotz des großen Ressourcenreichtums lebt die Mehrheit der Menschen in diesen Ländern in Armut.
Die tatsächliche Höhe der Steuern und anderer Zahlungen, die Öl-, Gas- und Bergbauunternehmen an die jeweiligen Staaten leisten, ist ein gut gehütetes Geheimnis, obgleich die meisten dieser Regierungen behaupten, die Einnahmen zum Wohle der Allgemeinheit zu verwenden. In Wirklichkeit haben die Normalbürger in vielen Ländern gar nichts von diesem Geld. Vielmehr tragen sie die Hauptlast der durch den Bergbau und andere Bohraktivitäten verursachten ökologischen und sozialen Kosten.
Mitunter können die gut gehüteten Industrie- und Regierungsgeheimnisse gravierende und weitreichende Auswirkungen haben. Man denke an die Aufstände in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten. In diesen Ländern, von denen viele über reiche Öl- und Gasvorkommen verfügen, protestieren die Bürger gegen Korruption und politische Repression. Im Grunde wendet sich der Protest der Menschen gegen die in ihren Ländern vorherrschende Misswirtschaft im Bereich natürlicher Ressourcen - mit Folgen für die Sicherheit und Erschwinglichkeit der weltweiten Energieversorgung.
Transparenz ist darum ein zentraler Bestandteil der Problemlösung. Den Bürgern muss überall zugesichert werden, dass Öl- und Gasfirmen sowie Bergbauunternehmen - geordnet nach Ländern und Projekten - sämtliche relevanten Finanzinformationen offenlegen müssen, einschließlich aller Zahlungen in die jeweiligen Staatsbudgets.

Teil 2: Offenlegung von Zahlungen an Regierungen

  • FTD.de, 14.06.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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