Chinesische Kinder spielen mit Maiskolben in Huairou, nördlich von Beijing
Mehr Geld, weniger Glück
Die 32-jährige Li Lin (Name geändert) arbeitet in einer der weltweit größten Firmen. Von außen betrachtet hat sie Glück, weil sie über eine sichere Arbeitsstelle und ein gutes Einkommen verfügt. Damit kann sie sich eine eigene Wohnung und ein Auto leisten. Jüngst gründete sie eine Familie.
Trotzdem sieht Li oft beunruhigt aus. Sie wisse oftmals nicht, was sie erreichen wolle, sagt sie. "Freude und Glück bewegen sich immer weiter weg von mir. Während der Schulzeit konnte ich für eine lange Zeit fröhlich sein, nachdem ich gut gegessen oder eine Jeans gekauft hatte. Aber in den letzten Jahren habe ich selten jenes Glücksgefühl erlebt."
Es gibt viele Chinesen wie Li Lin. Tatsache ist, dass die schnelle Wirtschaftsentwicklung Chinas einen kontinuierlichen Anstieg des Glücksgefühls der Bevölkerung nicht gewährleistet. Der Gallup World Poll hatte zwischen 2005 und 2009 Tausende Menschen aus 155 Ländern und Regionen gebeten, ihr eigenes Leben zu beurteilen. Gefragt wurde unter anderem nach ausreichender Ruhezeit, nach dem Respekt von Mitmenschen, dem Gesundheitszustand und den Freizeitaktivitäten. Auf Basis der Umfrage haben die Erforscher die "Glücksgefühle" bewertet. Der Studie zufolge steht China auf Platz 125 und Hongkong auf Platz 81.