Der in Istanbul festgenommene Türke soll dem Terrornetzwerk von Osama bin Laden als Mittelsmann gedient und den Aufbau einer al-Kaida-Unterorganisation in der Türkei vorangetrieben haben, berichteten türkische Zeitungen am Freitag. Zusammen mit einem anderen Türken habe er selbst den Auftrag zu den Terroraktionen in Afghanistan entgegengenommen. Bei der Serie von Bombenanschlägen hatten Selbstmordattentäter im November fast 60 Menschen getötet und mehr als 750 verletzt.
Nach Angaben der Istanbuler Anti-Terror-Polizei war der Mann Anfang der Woche festgenommen worden, als er mit dem Flugzeug in die Türkei einreiste. Im Verhör habe er ausgesagt, dass er sich im Ausland aufgehalten habe, "um die Verbindung zwischen der Terrororganisation (al Kaida) und der (türkischen) Gruppe aufrechtzuerhalten", teilte die Abteilung für Terrorismusbekämpfung der Istanbuler Polizei am Freitag mit. Die internationale Terrororganisation habe die türkischen Mitglieder ausgebildet und ihre Aktionen finanziert.
Die Anschläge auf zwei Synagogen, das britische Generalkonsulat und die Niederlassung einer britischen Bank sind nach türkischen Ermittlungen seit zwei Jahren von vier Leuten geplant worden. Im Gegensatz zu drei Anführern, die sich ebenfalls ins Ausland abgesetzt haben sollen, war der jetzt Gefasste nicht namentlich gesucht worden. Er soll bereits Anfang der 90er Jahre in Afghanistan Kontakt zum Terrornetzwerk al Kaida geknüpft haben.