Dabei wächst von Woche zu Woche die Gefahr, dass Investoren sich wie jüngst in Griechenland abrupt von der US-Regierung abwenden, ihr keinen Kredit mehr gewähren oder nur noch zu horrenden Zinsen. Einen ersten Vorgeschmack darauf, wie schnell die Marktstimmung drehen kann, bekamen Anleger in den vergangenen vier Monaten: Um fast einen Prozentpunkt schoss die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen nach oben - auch wenn die Zinsen mit gut 3,5 Prozent noch immer historisch niedrig sind.
Die Folgen der Finanz- und Konjunkturkrise in den USA sind alarmierend: Während die Wirtschaftsleistung seit 2000 um die Hälfte gestiegen ist, haben die Regierungsschulden um das Anderthalbfache zugelegt. "Werden die strukturellen Haushaltsprobleme nicht gelöst, droht früher oder später eine Anleihekrise", warnt Aneta Markowska, Volkswirtin bei der Société Générale in New York.
Streit über Anhebung der Schuldengrenze
Als Folge würden einbrechende Anleihekurse und somit steigende Zinsen die Haushaltsprobleme verschärfen: Es drohte eine Schuldenlawine. Auch das gesamte Finanzsystem dürfte leiden, wenn der weltgrößte Anleihemarkt in Turbulenzen stürzt. Bei der Bondkrise 1994 etwa, als die US-Notenbank Federal Reserve aus Sorge um die Inflation die Zinsen mehrfach anhob und die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen in der Spitze auf über acht Prozent kletterten, flüchteten Anleger auch aus britischen und deutschen Staatsanleihen. Am Aktienmarkt wuchs die Volatilität, Geldmarktfonds erlitten Verluste.