Elf ehemalige Terrorverdächtigen hätten von Prügel, Vergewaltigung und anderen schweren physischen Misshandlungen berichtet, teilte die US-Menschenrechtsgruppe Physicians for Human Rights am Mittwoch mit. Auch seien bei den zweitägigen Untersuchungen klare Hinweise auf psychische Folter nachgewiesen worden. Viele der Männer litten noch Jahre später an den Folgen. Sieben von ihnen hegten Suizidgedanken.
Der Studie zufolge wurden die meisten der Ex-Gefangenen in Guantanamo Bay auf Kuba oder im US-geführten Gefängnis Abu Ghraib im Irak festgehalten. Alle wurden nach durchschnittlich drei Jahren Haft ohne Anklage freigelassen. Die Misshandlungen durch US-Soldaten in Abu Ghraib und die daraus resultierenden Traumata gingen über alles hinaus, was er je erlebt habe, sagte Allen Keller, einer der Gutachter der Studie.
Einer der ehemaligen Inhaftierten berichtete, wie er mit dem Gesicht in einer Urinlache den Schlägen der Wärter ausgesetzt gewesen sei. Demnach wurde er mit einem Besenstiel vergewaltigt, und musste wie ein Hund bellen, als ein Soldat auf ihn urinierte. Er sei bewusstlos geworden, als ein Soldat ihm in die Genitalien getreten habe.
Die Zustände im Gefängnis Abu Ghraib lösten bereits 2004 internationale Proteste aus. Auf Fotos waren misshandelte Häftlinge des US-Gefängnisses zu sehen. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums kritisierte die Studie der Ärzte. Sie weise deutliche Schwächen auf. Den Medizinern lägen nicht die kompletten klinischen Befunde der ehemaligen Häftlinge vor.