Zwar gab es im Januar einen Rückgang der Beschäftigten um 17.000 Personen. Der ISM-Einkaufsmanagerindex, ein wichtiger Frühindikator, stieg aber auf 50,7 Punkte. "Entwarnung kann man damit sicherlich noch nicht geben", sagte David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment.
Die beiden Indikatoren zur Lage der US-Wirtschaft waren aufgrund ihrer hohen Aussagekraft mit Spannung erwartet worden. Ein Einbruch der ISM-Werte für Dezember hatte zu Jahresbeginn die Furcht vor einer US-Rezession massiv angeheizt. Der Index war auf vorläufig 47,7 Punkte beziffert worden; der Wert wurde aber mittlerweile auf 48,8 korrigiert. Ein Niveau von unter 50 Punkten signalisiert einen Rückgang der Aktivität im verarbeitenden Gewerbe.
"Mit den Januarwerten ist der Sicherheitsabstand zu dem Niveau von etwa 42 Punkten, das der Index üblicherweise in Rezessionsphasen annahm, wieder größer geworden", sagte Fabienne Riefer, US-Expertin der Postbank. Der ISM-Index setzt sich aus den Ergebnissen einer monatlichen Umfrage unter Einkaufsmanagern der US-Industrie zusammen. Viele Volkswirte hatten mit einem deutlich schlechteren Ergebnis für Januar gerechnet.
Weniger erfreulich war die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen hatte es seit August 2003 nicht mehr gegeben. Noch im Dezember hatte die Zahl der Personen mit Job um 82.000 zugenommen. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote im Januar jedoch von 5 auf 4,9 Prozent gesunken.
Damit herrscht weiter Ungewissheit, ob es zu einer Rezession in den USA kommen wird. "In der Summe ist das Bild weiter unentschieden", sagte Milleker. "Wir können nur weiter warten." Die Bereitschaft von Regierung und Zentralbank, einem Wachstumseinbruch entgegenzuwirken, dürfte nach den neuen Zahlen nicht abgenommen haben. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank den Leitzins von aktuell drei Prozent noch weiter senken wird, ist mit dem aktuellen Arbeitsmarktbericht gestiegen", so Riefer.