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Merken   Drucken   23.06.2006, 09:06 Schriftgröße: AAA

US-Regierung fing weltweit Bankdaten in großem Stil ab  

Die US-Regierung hat für ihren Anti-Terror-Kampf in massivem Umfang in Bankdaten geschnüffelt. Dabei wurden Geldbewegungen im Wert von mehreren Billionen Dollar pro Tag beobachtet. Selbst in Regierungskreisen soll es Bedenken gegen die gigantische Überwachungsaktion gegeben haben.
Gigantische Bespitzelung: Internationale Geldtransfers wurden ...   Gigantische Bespitzelung: Internationale Geldtransfers wurden offenbar von den USA überprüft
Das geheime Programm sei darauf ausgerichtet gewesen, die Überweisungen von Verdächtigen mit Verbindungen zum Terrornetz al-Kaida zu überprüfen, berichtete die "New York Times". Telegrafische Überweisungen und ähnliche Geldtransfers weltweit oder in die USA oder aus den USA seien kontrolliert worden. Tausende Amerikaner und in den USA lebende Ausländer seien betroffen.
Um Einblicke in den internationalen Zahlungsverkehr zu bekommen, sollen sich US-Terrorermittler Zugang zu den Daten über einen zentralen internationalen Datenknotenpunkt in Belgien verschafft haben. Dieser Knoten mit Namen "Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication" (Swift) leite Finanztransaktionen zwischen Banken, Brokerhäusern, Börsen und anderen Finanzinstituten in einem Volumen von 6 Billionen $ (4,8 Billionen Euro) täglich weiter. Swift wickelt den Finanzverkehr von etwa 7800 Geldinstituten in mehr als 200 Ländern ab.
Nach Informationen der Zeitung wurde die Aktion kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gestartet. Ziel sei gewesen, das Finanzgebaren von Personen mit möglichen Verbindungen zu al-Kaida zu durchleuchten. Im Fokus der Ermittler seien internationale Geldtransfers von Privatleuten, Unternehmen, Wohlfahrtsverbänden und anderer Organisationen gewesen, die nach US-Ansicht verdächtigt waren. Das Programm habe auch dazu geführt, dass gesuchte Al-Kaida-Terroristen in Südostasien gefasst werden konnten.

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  • dpa, 23.06.2006
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