Die USA seien nur unzureichend gegen Angriffe mit Biowaffen gewappnet, warnte die von US-Präsident George W. Bush eingesetzte Kommission zur Ermittlung von Fehlern bei der Arbeit der Geheimdienste. Demnach waren die US-Geheimdienste zunächst davon ausgegangen, dass al-Kaida lediglich Zugriff auf einfache Methoden für die Herstellung von Biowaffen hat. Als Beispiel wird die Gewinnung von Toxinen giftiger Tiere genannt.
Nach dem US-geführten Einmarsch in Afghanistan in 2001 hätten die Geheimdienste aber festgestellt, dass die Mittel von al-Kaida wesentlich gefährlicher seien. Der Bericht erwähnt in diesem Zusammenhang einen Bakterienstamm namens Agent X. Nach Einschätzung der Geheimdienste könnte die Extremisten-Organisation zumindest kleinere Mengen dieser Bakterien herstellen. Außerdem plane sie den Bau von Vorrichtungen zur Verbreitung der Erreger, heißt es in dem 600-seitigen Bericht weiter.
Sicherheitsexperten haben wiederholt davor gewarnt, dass al-Kaida Biowaffen wie Milzbrand- und Pockenerreger einsetzen könnte. Handbücher zur Herstellung von Biowaffen seien in den Ausbildungslagern der Organisation in Afghanistan gefunden worden.
"Wir sollten uns glücklich schätzen, dass wir noch keinen größeren biologischen Angriff erlitten haben", zitierte der Bericht einen Geheimdienstmitarbeiter. Die Kommission kam zu dem Schluss: "Der Krieg gegen den Terrorismus könnte aufkeimende Anschlagspläne vereitelt haben. Aber diese dünnen Verteidigungslinien werden rasch abgebaut."