FTD.de » Politik » International » Yes they can't

Merken   Drucken   15.08.2011, 11:00 Schriftgröße: AAA

US-Republikaner: Yes they can't

Leitartikel Die Lektion ist klar: Kontur gewinnt man bei den US-Republikanern am Rand, nicht in der Mitte. Eine verheerende Botschaft, die aber vielleicht sogar US-Präsident Obamas Chancen als Mann der Mitte verbessern könnte.
Wenn es nicht um die mögliche Zukunft einer - doch, doch - Supermacht ginge; wenn wir nicht in den vergangenen Wochen auf dramatische Weise hätten mitverfolgen können, wie ein ganzes Land von republikanischen Überzeugungstätern (auch) aus Wahlkampfgründen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht worden ist und der Rest der Welt in finanzielle Geiselhaft - wenn es also nur um so ein internes Parteiding der US-Republikaner in dem wenig bedeutsamen Städtchen Ames in Iowa ginge, dann könnten wir mit den Achseln zucken und sagen: na und?
Doch der republikanische Straw Poll in Ames, einer jener unverbindlichen, aber medial überhöhten und deshalb für die Kampagnenfinanzierung äußerst bedeutsamen Schönheitswettbewerbe, die noch vor den eigentlichen Vorwahlen zur Kandidatenkür stattfinden, hat am Wochenende eine verstörende Botschaft ausgesendet: In der Grand Old Party wird in diesen krisengeschüttelten Zeiten nur noch derjenige wahrgenommen, der am auffälligsten dagegen ist. Gegen notwendige höhere Steuern, gegen notwendige höhere Staatsausgaben, eigentlich gegen alles, was im Moment vernünftige Politik wäre. Vor allem aber gegen das "Establishment in Washington".
Dass potenzielle Oppositionskandidaten "dagegen" sind, ist nicht sonderlich überraschend. Gefährlich an dem jetzigen Zustand der Republikanischen Partei aber ist, dass die Kandidaten einander überbieten müssen beim Abschmettern all dessen, was seriöse Politik ausmacht.
Eine Haltung, die es schwierig macht, die Partei Abraham Lincolns im Moment ernst zu nehmen. Leider muss man das, denn eine zweite Amtszeit von Präsident Obama ist weiß Gott nicht sicher.
In Ames jedenfalls war "dagegen" Trumpf. So landete auf Platz eins dieser bekanntesten von über einem Dutzend Testabstimmungen in diesem Jahr die streng konservative Königin der Tea-Party-Bewegung, Michele Bachmann. Auf Platz zwei Ron Paul, der geistige Vater eben dieser populistischen Strömung. Zusammen kamen sie auf über 56 Prozent der Stimmen. Gleichzeitig warf mit Rick Perry, dem Gouverneur von Texas, Spitzname "Anti-Obama", am Wochenende einer seinen Hut in den Ring, der ebenfalls als Radikalkonservativer durchgeht - und die Unterstützung der Tea Party genießt.
Bei so viel Populismus wird es langsam eng für Mitt Romney, den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts, den manche für zu langweilig, zu gemäßigt halten. Die Lektion ist klar: Kontur gewinnt man bei den Republikanern am Rand, nicht in der Mitte. Eine verheerende Botschaft, die aber vielleicht sogar Obamas Chancen als Mann der Mitte verbessern könnte. Es ist der Strohhalm der Hoffnung, den man aus diesem Straw Poll ziehen kann.
  • Aus der FTD vom 15.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich!

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote