Stanford will die Stammzellen für die medizinische Forschung nutzen. Jeder der hier aus politischen Gründen damit warte, bis es jemand anderes tut, liege falsch, sagte Irving Weissman von der Universität.
Das Klonen menschlicher Stammzellen ist hoch umstritten. Anfang August 2001 hatte das US-Repräsentantenhaus ein umfassendes Klonverbot menschlicher Embryonen gebilligt und damit Kritik von zahlreichen US-Wissenschaftlern geerntet. Seitdem dürfen in den USA nur noch Stammzellen genutzt werden, die vor diesem Zeitpunkt vorhanden waren. Allerdings scheiterte US-Präsident George W. Bush vor einigen Monaten damit, auch im Senat über ein generelles Klon-Verbot abstimmen zu lassen.
Weissman wies den Vorwurf zurück, das Projekt beinhalte das Klonen von Embryos. Die Stammzellen sollten lediglich für die Erforschung von Krankheiten genutzt werden. Demnach nimmt die Universität DNA abgestorbener menschlicher Zellen, transferiert sie in Eizellen, um sie dann im Labor wachsen zu lassen. Nach Ansicht von Weissman ist der Prozess nicht mit Klonen gleichzusetzen, diese Einstellung ist aber nicht unumstritten.
Die Arbeiten werden in einem neuen Institut für Krebs- und Stammzellenbiologie ausgeführt, das von einem anonymen Spender mit 12 Mio. $ unterstützt wird. Hauptsächlich geht es um die Erforschung von Krebserkrankungen. Die neugezeugten Zelllinien sollen auch anderen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden.