FTD.de » Politik » International » Trotz ist nicht Trumpf bei der Präsidentschaftswahl
Merken   Drucken   02.01.2012, 18:02 Schriftgröße: AAA

US-Urnengang: Trotz ist nicht Trumpf bei der Präsidentschaftswahl

Wenn die Republikaner bei ihrem Radikalismus bleiben, haben sie bei der Wahl keine Chance. 2011 war für sie ein verplempertes Jahr.
© Bild: 2011 reuters
Kommentar Wenn die Republikaner bei ihrem Radikalismus bleiben, haben sie bei der Wahl keine Chance. 2011 war für sie ein verplempertes Jahr.

Die US-Republikaner haben gute Gründe, mit frischem Mut ins Präsidentschaftswahljahr zu gehen. Allen Konjunkturausgaben zum Trotz liegt die Arbeitslosigkeit beharrlich über acht Prozent, der Immobilienmarkt leidet weiter, und die Wirtschaft wächst weiterhin schwach. Zugleich klafft ein riesiges schwarzes Loch in der Haushaltskasse, und auf der Bilanz türmen sich die Schulden. Bei der Kongresswahl im Herbst 2010 hat die Opposition den Demokraten einen ordentlichen Denkzettel verpasst.

Mitt Romney ist kein Traumkandidat   Mitt Romney ist kein Traumkandidat

Präsident Barack Obama, so könnte man meinen, wird sich 2012 selbst demontieren, ganz egal wer sein Gegner ist.

Das dachten offenbar auch die Republikaner - und aus Mut wurde Übermut. Die Folge: Sie haben es geschafft, sich noch unbeliebter zu machen als Obama. Ihre Präsidentschaftsanwärter überbieten einander mit Populismus am rechten Rand. In Anbetracht des bizarren Kandidatenfelds dürfte sich so mancher moderate Wähler bereits mit Grausen abgewendet haben.

Auch im Kongress hat die Partei jeglichen guten Willen verspielt. Viele Abgeordnete haben die Protestwahl 2010 als Mandat für eine Radikalopposition im Sinne der Tea-Party-Bewegung missverstanden - mit dem Ergebnis, dass Obamas Umfragewerte am Jahresende erstmals wieder Aufwind bekamen. 2011 war für die Republikaner ein verplempertes Jahr.

Eine Chance wird die Partei im November nur haben, falls sie so bald wie möglich zu Vernunft und Mittelmaß zurückkehrt. Für die Vorwahlen, die am 3. Januar beginnen, heißt das: Die Mitglieder müssen sich zügig für Mitt Romney entscheiden und ihre rechtsextreme Trotzphase abschließen.

Barack Obama   Barack Obama

Romney ist zwar kein Traumkandidat. Er hat seine Positionen so oft gewechselt wie andere ihre Krawatten. Aber eines zumindest ist klar: Der Mann hat etwas auf dem Kasten. Er hat sich als Gouverneur von Massachusetts und in der Privatwirtschaft bewiesen - und er ist viel zu nüchtern und analytisch, um dem Radikalismus zu verfallen.

Auch Charisma hat Romney nicht. Aber für seine Partei ist das vielleicht besser so. Denn schillernde Figuren mit großem Ego und wenig Sachverstand - vom Medienmogul Donald Trump, der im Frühsommer eine Kandidatur erwog, bis zum früheren Pizzaunternehmer Herman Cain, der im Herbst in den Umfragen glänzte - haben die Partei in ein schlechtes Licht gerückt. Das Gleiche gilt für Ron Paul, der aktuell die Wut der Tea-Party-Bewegung in Iowa kanalisiert. Paul will mehrere Ministerien und die Zentralbank Federal Reserve abschaffen und die Mitgliedschaft der Vereinigten Staaten in internationalen Organisationen beenden. Aber am Ende werden die Wähler einen Gestalter wollen, keinen Zerstörer.

Teil 2: Entscheidendes Jahr für Amerikas Konservative

  • FTD.de, 02.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 03.01.2012 15:21:32 Uhr   khaproperty: GOP-Schelte, wenig Substanz.

    Die Meinung zu Nr.44, GOP und seine Konkurrenten dort ist populistisch pro Obama und unterschlägt bald alle US-Spezifika, vor allem den fundamentalen Unterschied zwischen etwa der deutsch-sozialistischen Popel-Demokratie und dem amerikanischen Republikanismus, welcher um Etliches individueller geprägt und freiheitlicher verfaßt ist. Ein Konservativismus republikanischer Art ist nicht mit dem europäischer Herkunft zu vergleichen, was der Kommentar einfach unterschlägt. Daher auch ist er kaum ernst zu nehmen.

Kommentar schreiben Pflichtfelder*




Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler