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Merken   Drucken   02.11.2012, 14:50 Schriftgröße: AAA

US-Wirtschaft: Arbeitslosenquote steigt auf 7,9 Prozent

Viele neue Jobs, aber auch steigende Arbeitslosigkeit: Kurz vor der US-Präsidentenwahl sendet der Arbeitsmarkt gemischte Signale, die weder Präsident Barack Obama noch Herausforderer Mitt Romney entscheidende Vorteile im Endspurt bringen dürften.
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Viele neue Jobs, aber auch steigende Arbeitslosigkeit: Kurz vor der US-Präsidentenwahl sendet der Arbeitsmarkt gemischte Signale, die weder Präsident Barack Obama noch Herausforderer Mitt Romney entscheidende Vorteile im Endspurt bringen dürften.

In den USA stieg die Zahl der Beschäftigten im Oktober um 171.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 125.000 gerechnet. Im August und September entstanden außerdem zusammen 84.000 mehr Jobs als bislang angenommen. Sowohl die Dienstleister als auch die Einzelhändler, die Industrie und die Baubranche stellten zusätzliche Mitarbeiter ein. Im öffentlichen Dienst - der unter Spardruck steht - fielen dagegen Stellen weg.

Die Arbeitslosenquote stieg wie erwartet auf 7,9 Prozent, nachdem sie im September mit 7,8 Prozent den niedrigsten Wert seit Januar 2009 erreicht hatte. Experten führen den Anstieg auch darauf zurück, dass sich wegen aufgehellter Perspektiven am Arbeitsmarkt wieder mehr Amerikaner aktiv auf Jobsuche begeben. Der Hurrikan Sandy - der an der Ostküste milliardenschwere Schäden anrichtete - hatte keinen Einfluss auf die Entwicklung. Die Daten wurden vor der Naturkatastrophe erhoben, der am Montag das öffentlichen Leben an der Ostküste lahmlegte und viele Häuser beschädigte.

Amerika braucht noch weit mehr Jobs

"Das sind positive Daten", sagte Ökonom Fabian Eliasson von der Mizuho Corporate Bank. "Das Beschäftigungsniveau ist zwar noch vergleichsweise niedrig. Aber der Aufwärtstrend dürfte der Regierung vor den Wahlen nützen." Der Stellenzuwachs sei allerdings noch nicht stark genug, um die Arbeitslosenquote nachhaltig zu drücken, meint Kathy Jones vom Brokerhaus Charles Schwab. Dazu müssten monatlich doppelt so viele Jobs geschaffen werden. Im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Barack Obama und Mitt Romney um den Sieg bei der Präsidentschaftswahl am 6. November könnte die Lage am Arbeitsmarkt den Ausschlag geben. Bislang ist noch nie ein Präsident wiedergewählt worden, wenn die Arbeitslosenquote über acht Prozent lag. Einer Umfrage des Karriereportals Beyond.com zufolge sind die Beschäftigten in den USA mehrheitlich für Amtsinhaber Obama. Die Arbeitslosen bevorzugen jedoch seinen Herausforderer Romney.

Löhne steigen langsam

In den Rezessionsjahren 2007 bis 2009 stieg die Arbeitslosenquote zeitweise über die Marke von zehn Prozent. Obwohl sie seither gesunken ist, sind die Vorkrisenwerte von rund fünf Prozent noch immer weit entfernt. Grund dafür: Die US-Wirtschaft wächst wegen der Schuldenkrise in Europa und der Konjunkturabkühlung in Asien zu langsam. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt mit einer Jahresrate von 2,0 Prozent. Experten halten aber ein Wachstum von mindestens 2,5 Prozent über mehrere Quartale hinweg für notwendig, um die Arbeitslosigkeit spürbar zu drücken.

  • Reuters, 02.11.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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