Dem amerikanischen Steuerzahler könnte am Ende eine Rechnung in Höhe von 23.700 Mrd. $ für die Rettung der Wirtschaft blühen. Diese Summe errechnete Neil Barofsky, der das Bankenrettungspaket Tarp beaufsichtigt, in einem 262 Seiten starken Bericht an den US-Kongress. Die Zahl verband er mit einer Kritik am Finanzministerium: Die Transparenz über die Verwendung der öffentlichen Mittel sei ungenügend. Weder legten die Empfänger der staatlichen Hilfen offen, wie sie das Kapital einsetzten, noch gebe das Ministerium regelmäßig Auskunft über den Wert seines Portfolios, mahnte Barofsky am Montagabend.
Die 23.700 Mrd. $ sind allerdings eine Maximalkalkulation. Sie umfassen nicht nur sämtliche Hilfen an die US-Wirtschaft wie beispielsweise die Rekapitalisierungen der Banken und die Rettungsgelder für die Autobauer, sondern auch öffentlich gewährte Garantien. Sie stellen somit keine tatsächlichen Zahlungen dar, sondern nur das aufaddierte Volumen sämtlicher staatlicher Interventionen in die Wirtschaft.
Das US-Finanzministerium wehrte sich postwendend gegen die Zahlen - und bezeichnete sie als nicht hilfreich. Man habe bisher nur 2000 Mrd. $ ausgegeben. Außerdem spiegelte die Statistik nicht den Wert der Sicherheiten wider, die für staatliche Kredite hinterlegt worden seien, sagte ein Ministeriumssprecher. "Die Schätzungen gehen davon aus, dass alle Programme bis zum Maximum ausgeschöpft werden. Das war schon immer unwahrscheinlich."