Explosion einer Autobombe im Irak
Der starke Anstieg bei den Zahlen in dem am Mittwochabend in Washington veröffentlichten "Terrorismus-Bericht" 2004 ist nach Angaben des Außenministeriums im Wesentlichen auf ein neues Zähl- und Bewertungssystem zurückzuführen. Die Zahlen von 2004 seien deshalb nicht mit denen aus den Vorjahren vergleichbar.
2003 hatte das State Department 208 Terroranschläge mit 625 Toten registriert. Im Präsidentschaftswahlkampf hatten die oppositionellen Demokraten der Regierung vorgeworfen, bewusst niedrige Zahlen auszuweisen, um vermeintliche Erfolge im Kampf gegen den Terrorismus vorweisen zu können. Aufgrund dieser Kritik hat die Regierung die Zahlen nun korrigiert.
Al-Kaida verliert an Schlagkraft
"Terrorismus bleibt die weltweit größte Gefahr, gegen die kein Land immun ist", sagte der Rechtsberater im Außenministerium Philip Zelikow bei der Vorlage des Berichts. Der Trend von einer zentralen Terrorplanung hin zu lokalen Gruppen, die die Anschläge begehen, mache eine enge internationale Zusammenarbeit unabdingbar.
"Zentrale Schlachtfelds" im Kampf gegen den internationalen Terrorismus bleibt aus Sicht des US-Außenministeriums der Irak. Das Netzwerk al-Kaida habe zwar an Schlagkraft verloren. Es stelle aber nach wie vor die größte terroristische Bedrohung für die USA dar.
In dem Bericht wird den sechs Ländern Kuba, Iran, Libyen, Nordkorea, Sudan und Syrien vorgeworfen, Terrorismus weiter als Mittel ihrer Politik einzusetzen. Weltweit stuft das Außenministerium 40 Gruppen als Terrororganisationen ein. Dazu gehören auch die radikal-islamischen Hisbollah-Milizen im Libanon und die palästinensische Hamas-Bewegung.
Das Nationale Terrorabwehrzentrum der USA kündigte für Juni eine eigene Liste an. Sie soll auf einer "realistischeren Definition von Terrorismus" beruhen, wie der amtierende Direktor des Zentrums, John Brennan, sagte. Dann sei mit einer weiteren Zunahme der Fallzahlen zu rechnen. In die jetzige Liste sei beispielsweise nur eines von zwei russischen Flugzeugen aufgenommen worden, die im vergangenen Jahr von Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt wurden. In diesem Flugzeug habe sich ein Israeli befunden, während im anderen ausschließlich Russen saßen. Deshalb sei dies als innerrussischer Zwischenfall gewertet worden.