Monatlich kämen 20.000 neue Namen hinzu, berichtete die American Civil Liberties Union (ACLU) am Montag in Washington unter Berufung auf Angaben des US- Justizministeriums. "Eine Million Namen auf eine Beobachtungsliste zu setzen garantiert, dass die Liste mehr Schaden anrichtet als Gutes tut", kritisierte ACLU-Mitarbeiter Barry Steinhardt. Unschuldige Menschen würden beim Reisen behindert, ein enormer Betrag der begrenzten Sicherheitsressourcen durch Bürokratie verschwendet.
So gilt laut ACLU der sozialistische Präsident Boliviens,
Evo Morales , als Terrorverdächtiger. Dem zum Islam konvertierten Sänger Cat Stevens sei die Einreise in die USA verweigert worden. Selbst Säuglinge würden aufgrund gleichlautender Namen bei Kontrollen festgehalten, auch Tote wie einige der Attentäter des 11. Septembers 2001 stünden weiter auf der Liste.
Diese sei das perfekte Symbol für die Mängel der amerikanischen Sicherheitspolitik, sagte Steinhardt. "Sie ist unfair, außer Kontrolle, eine Vergeudung von Ressourcen, behandelt die Rechte von Unschuldigen nachgeordnet und ist eine sehr reale Behinderung im Leben von Millionen Reisenden in diesem Land." Betroffen seien auch zahlreiche unbescholtene Bürger, betonte Caroline Fredrickson, Leiterin des Washingtoner ACLU-Büros. Die Liste umfasse "Kongressabgeordnete, Nonnen, Kriegshelden und andere "verdächtige Personen".