Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Barack Obama in seinen Bemühungen zur Lösung in Krisen aller Welt volle Unterstützung zugesagt. Deutschland habe ein "elementares Interesse", dass die Politik des US-Präsidenten erfolgreich sei, sagte Merkel zum Auftakt ihrer kurzen USA-Reise am Donnerstagabend in Washington.
Merkel sagte, sie habe "mit Interesse und Freude" beobachtet, wie Obama in den vergangenen Monaten bereits Türen aufgestoßen habe. Sie nannte dabei den Konflikt im Nahen Osten, die Lage in Afghanistan, die Reform der internationalen Finanzmärkte und den Klimawandel. Beim Thema Klimawandel, sagte Merkel, seien sich die USA und die Europäer gegenwärtig so nah wie nie zuvor.
Obama wird am Freitag Merkel erstmals nach seinem Amtsantritt im Januar im Weißen Haus empfangen. Auf der Agenda der Kanzlerin stehen eine Reihe brisanter Themen: Iran, Wirtschaftskrise, Guantánamo-Häftlinge, Afghanistan, Klimaschutz. In Washington soll es auch ein Vier-Augen-Gespräch geben, was bei Obamas Vorgänger George W. Bush unüblich war.
Der offizielle Antrittsbesuch bei US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus wird auch Aufschluss geben, wie sich das persönliche und politische Verhältnis der beiden Politiker entwickelt. Obama reist Anfang Juli zum dritten Mal in seiner Amtszeit nach Europa, noch ist aber nicht klar, wen er als wichtigsten Partner sieht.
In Dresden Anfang Juni hatte Obama Merkel als "meine Freundin" bezeichnet, es gab aber immer wieder auch Berichte über ein eher kompliziertes Verhältnis der beiden. Die Kanzlerin hatte zwar früh mit dem Sieg Obamas über John McCain gerechnet, hatte aber ein enges Verhältnis zu George W. Bush.
Inzwischen sagen Merkel-Vertraute, die Beziehung der beiden mächtigen Politiker entwickle sich gut - was auf einen noch nicht abgeschlossenen Prozess hindeutet. Die Kanzlerin hat Obama bisher nur in Deutschland sowie bei Gipfeltreffen in der EU gesehen.
Ein Ansatzpunkt für eine persönliche Annäherung könnten gewisse Parallelen in den Biografien der beiden sein, heißt es in der deutschen Regierung. Merkel wie Obama stammen nicht aus dem politischen Establishment, sondern stiegen eher von außen in die Politik ein: Die jetzige Bundeskanzlerin wurde in der DDR sozialisiert und kam ohne politische Erfahrungen fast direkt in ein Ministeramt, Obama wuchs teilweise in Indonesien und auf Hawaii auf und begann seine Karriere als Bundespolitiker erst vor wenigen Jahren.
Auf der Tagesordnung des Treffens stehen eine ganze Reihe ungelöster Probleme. Hier ein Überblick: