Hunde und Katzen dürfen seit Samstag im Radius von zehn Kilometern um einen Fundort eines infizierten Tieres nicht mehr frei herumlaufen. Betroffen sind die fünf Bundesländer Mecklenburg- Vorpommern, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Brandenburg, Bayern und Niedersachsen. Dort gab es den ersten Fall von Vogelgrippe.
Der Sprecher des niedersächischen Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, sagte am Samstag der Nachrichtenagentur AP, das Virus H5N1 sei bei einer im Landkreis Soltau-Fallingbostel entdeckten Graugans nachgewiesen worden. Unmittelbar danach sei damit begonnen worden, die vorgeschriebene Sperrzone von drei Kilometern einzurichten. In dieser Sperrzone lägen keine Mastbetriebe, sondern nur Kleinsthalter.
In Mannheim war am Freitag eine infizierte Wildente gefunden worden. Deshalb tragen jetzt auch Privatfirmen die Müllberge ab, die sich durch den Streik im öffentlichen Dienst angehäuft hatten. So sollen mögliche Gefahrenherde schnell beseitigt werden, sagte Oberbürgermeister Gerhard Widder (SPD). Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) schätzt die Gefahr in Großstädten aber als nicht so groß ein, weil dort nicht so viele Tiere dicht beieinander leben.
Mehr Fälle am Bodensee
Um den Bodensee herum hat sich die Zahl der Vogelgrippefälle auf 14 erhöht, nachdem erstmals am österreichischen Seeufer infizierte Wildvögel gefunden wurden. Vorher waren bereits infizierte Vögel auf der deutschen und der Schweizer Seite des Sees entdeckt worden. In den meisten Fällen steht bislang noch nicht fest, ob es sich um den aggressiven asiatischen Stamm des H5N1-Virus handelt.
In Indonesien ist ein Vierjähriger nach Behördenangaben an dem Virus gestorben. Sollte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diesen Fall bestätigen, handelt es sich um 21. Todesfall durch Vogelgrippe in dem südostasiatischen Land.
In China wächst die Bedrohung
Auch ein Todesfall in China wird wieder mit der Tierseuche in Verbindung gebracht: Ein 32-Jähriger aus Hongkong ist möglicherweise in der südchinesischen Provinz Guangdong an Vogelgrippe gestorben, berichteten Hongkonger Behörden am Samstag.
Der Mann habe sich vermutlich beim Besuch von Märkten in Kanton infiziert. Der Sprecher der Gesundheitsbehörde warnte vor einer wachsenden Bedrohung für die Millionenstadt wegen des regen Grenzverkehrs mit Südchina. In Hongkong waren 1997 die ersten Fälle der Übertragung von Vogelgrippe auf den Menschen entdeckt worden. Seitdem sind dort Geflügelhandel und -haltung strikt reguliert.