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19.12.2007, 11:21
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Volltreffer aus der Ferne
Die besten Prognosen zur deutschen Konjunktur kommen seit Jahren aus London und Paris - von den Europachefvolkswirten von Bank of America (BoA) und Société Générale (SG). Das ergab die neue Langzeitauswertung der Prognostiker des Jahres durch die FTD.
von Hubert Beyerle und Thomas Fricke (Berlin)
Danach lag der Londoner BoA-Ökonom Holger Schmieding in den sechs Jahreswertungen seit 2002 im Schnitt auf Platz 8,8. SG-Kollegin Véronique Riches-Flores folgt knapp dahinter. Insgesamt wertet die FTD jeweils zum Jahresende zwischen 50 und 60 Prognosen aus. Wichtigstes Kriterium dabei ist, wie gut das deutsche Wirtschaftswachstum zum Ende des vorangegangenen Jahres bereits vorhergesagt wurde.
Gutes Prognosehändchen: die Bankenvolkswirte Holger Schmieding von der Bank of America und Véronique Riches-Flores von Société Générale
Wie die Langzeitwertung zeigt, gibt es eine Reihe Banken oder Institute, die mit ihren Vorhersagen hervorstechen und fast durchgehend oben landen. So schnitt Topprognostiker Schmieding in allen Jahren im oberen Drittel ab. Riches-Flores gehörte bis auf eine Ausnahme in jedem Jahr seit 2002 zur top elf. Ähnlich gut schnitt Carsten Klude von M.M. Warburg ab, der in den vergangenen drei Jahren stets unter den besten Vier war. Alle drei kommen im Schnitt auf Platzierungen unter zehn - gegenüber Werten von 30 bis 40 im unteren Drittel der FTD-Langzeitauswertung.
Hilfreicher Abstand zu den Alltagsdebatten
Kein Zufall scheint, dass zwei der drei Besten gar nicht in Deutschland leben. Laut Schmieding hat sich das sogar als "hilfreich" erwiesen. "Es ist gut, ein bisschen Abstand zu den Alltagsdebatten zu haben." So hätten sich viele deutsche Ökonomen in den vergangenen Jahren "von der Skepsiswelle mitreißen lassen und den Aufschwung daher verkannt". Dabei sei offenbar unterschätzt worden, welch großen Einfluss die Konjunktur verglichen mit den viel diskutierten Strukturproblemen habe. "Manche waren geneigt, alles irgendwann strukturell zu deuten." Ähnlich äußert sich Véronique Riches-Flores, die beim Prognostizieren stark "auf konjunkturzyklische Regelmäßigkeiten und Erfahrungen" setzt.
| Alle Ergebnisse für 2007 und im Langzeitvergleich unter: |
| ftd.de/wirtschaftswunder |
| Die Top-Prognostiker der FTD-Auswertungen 2002-2007 |
| Prognostiker 2007 - Beste Vorhersage kam aus Kiel |
| Prognostiker 2007 - Das Ranking im Überblick |
| Prognostiker 2007 - das Interview mit Joachim Scheide |
Bemerkenswert ist auch, dass die Topexperten dem Trend widerstanden, Prognosen auf komplizierte mathematische Modelle zu stützen. Schmieding und Riches-Flores verzichten weitgehend auf Ökonometrie. Ähnliches gilt mit Abstrichen für die meisten großen Forschungsinstitute, die zum erweiterten Kreis der Topexperten zählen: neben dem Kieler IfW und dem Essener RWI, den beiden Bestplatzierten 2007, auch das Münchner Ifo-Institut und das - mittlerweile umorganisierte - Hamburger HWWA. Unter Durchschnitt blieb nur das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das seit Kurzem stark auf mathematische Modellprognosen setzt.
Teil 2: Warum Deutschland gute Zeiten bevorstehen
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Aus der FTD vom 19.12.2007
© 2007 Financial Times Deutschland,
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