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Merken   Drucken   01.02.2012, 07:16 Schriftgröße: AAA

Vorwahlen der Republikaner: Florida beflügelt Romney

Der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner schießt sich nach seinem Sieg in Florida auf Obama ein. Aber sein Rivale Gingrich gibt nicht auf.
© Bild: 2012 Reuters/BRIAN SNYDER
Der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner schießt sich nach seinem Sieg in Florida auf Obama ein. Aber sein Rivale Gingrich gibt nicht auf. von Sabine Muscat  Washington
Der US-Republikaner Mitt Romney  hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei die Führung zurück erobert. Seine Siegesfeier in Tampa erschien am Dienstagabend wie ein Vorgeschmack auf die Nominierung. Denn Tampa ist auch der Ort, an dem die Republikaner Ende August ihren Parteitag abhalten werden. Romney würde gerne schon einmal loslegen - und schoss sich nach der gewonnenen Vorwahl in Florida auf US-Präsident Barack Obama  ein. "Herr Präsident, Sie wurden gewählt, um zu führen, Sie entschieden sich, zu folgen, und jetzt ist es Zeit, dass Sie den Weg frei machen".
US-Wahlkampf Republikaner suchen den Anti-Obama
Es war ein klares Ergebnis. Sobald in Florida um 20 Uhr die Wahllokale schlossen, riefen die Medien Romney schon zum Sieger aus. Er bekam 46 Prozent der Stimmen und ließ seinen Rivalen Newt Gingrich, der ihm den Sieg bei der dritten Vorwahl in South Carolina abgenommen hatte, 14 Prozentpunkte hinter sich. Rick Santorum und Ron Paul erhielten 13 und sieben Prozent. Damit ist Romney der erste Kandidat, der zwei der symbolisch wichtigen ersten vier Vorwahlen gewonnen hat. Und anders als Iowa, New Hampshire und South Carolina ist Florida ein großer Gewinn. Der Sieger bekommt alle 50 der gewählten Delegierten, die der Staat zum Parteitag entsendet.
Doch zwischen Romney und dem Parteitag liegen noch sieben lange Monate. So sehr er sich auch jetzt schon auf Obama konzentrieren möchte - denn sein innerparteilicher Rivale Gingrich ist offenbar weit davon entfernt, das Handtuch zu werfen. Seine Anhänger halten am Wahlabend Schilder mit der trotzigen Aufschrift: "Noch 46 Staaten". Anders als vor ihm Romney und Santorum würdigt Gingrich die Leistungen seiner Rivalen mit keinem Wort. Stattdessen kündigt er einen Guerillakrieg an. "In den nächsten sechs Monaten wird die Macht des Volkes die Macht des Geldes schlagen", sagt er unter Anspielung auf Romneys prall gefüllte Wahlkampfkasse.
Einige Argumente sprechen für Gingrich: Er ist in diesem Wahlkampf schon zweimal von den politisch Toten auferstanden. Im Dezember ging er überraschend in Führung, nachdem sein Wahlkampf monatelang dahingedümpelt war. Nach Niederlagen bei den ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire nahm er den dritten Staat South Carolina im Sturm. Auch mathematisch gesehen hat Gingrich noch nicht verloren: Nach Florida sind erst rund fünf Prozent der 2286 Parteitagsdelegierten verteilt. 1144 braucht ein Kandidat für die Nominierung. Am Super Tuesday am 6. März wählt eine Reihe bevölkerungsreicher Staaten, darunter Gingrichs Heimatstaat Georgia.
Trotzdem wird Gingrich es schwer haben, seinen verlorenen Schwung zurückzugewinnen. Die Führung der Republikanischen Partei und die Spender fürchten den früheren Sprecher des Repräsentantenhauses als unberechenbaren Polarisierer und scharen sich weitgehend hinter Romney. Der Februar droht außerdem ein glanzloser Monat für Gingrich zu werden. In den wichtigsten drei Staaten, die in diesem Monat wählen, hat Romney einen Heimvorteil. In Nevada und Arizona leben viele Mormonen, die ihren Glaubensgenossen unterstützen dürften. Michigan ist der Staat, in dem Romney aufgewachsen ist und in dem sein Vater Gouverneur war. Im bevölkerungsreichen Südstaat Virginia dagegen, wird Gingrichs Name nicht auf dem Wahlzettel stehen, weil seine Kampagne die logistischen Voraussetzungen nicht erfüllt.
Romney muss Gingrichs Guerillakrieg dennoch fürchten. Die Unruhe in der Republikanischen Partei wird bleiben. Die Anhänger der Tea Party werden ihren Unmut über den Establishment-Kandidaten Romney weiter in die Welt schreien. Gingrich, der selbst alles andere als ein Außenseiter ist, wird versuchen, sich diese Energie zu Nutze zu machen. Das Weiße Haus wird mit Wohlgefallen auf die Zerrissenheit der Opposition blicken. Das weiß auch Romney: "Unsere Gegner glauben, dass ein konkurrenzbetonter Wahlkampf uns gespalten und schwach zurücklassen wird", sagte er am Dienstag. "Aber ich warne sie: Er wird uns nicht spalten, sondern gut vorbereiten."
  • FTD.de, 01.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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