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Merken   Drucken   08.05.2012, 07:37 Schriftgröße: AAA

Weiterentwickelte Unterhosenbombe: Al-Kaida-Anschlag auf US-Flugzeug verhindert

Die USA haben laut Regierungsangaben einen Selbstmordanschlag auf eine Passiermaschine vereitelt. Dabei soll es sich um eine Neukonstruktion einer Bombe handeln, mit der bereits 2009 ein Attentatversuch verübt wurde.
© Bild: 2012 AFP/BANARAS KHAN
Die USA haben laut Regierungsangaben einen Selbstmordanschlag auf eine Passiermaschine vereitelt. Dabei soll es sich um eine Neukonstruktion einer Bombe handeln, mit der bereits 2009 ein Attentatversuch verübt wurde.

Die CIA hat in Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten einen Bombenanschlag des Terrornetzwerks Al-Kaida auf ein Passagierflugzeug verhindert. Der Al-Kaida-Ableger im Jemen habe geplant, eine Bombe an Bord eines in die USA fliegenden Passagierflugzeugs zu schmuggeln, berichtete die "New York Times" online unter Berufung auf Geheimdienstangaben.

Das Komplott sei Mitte April, als es Konturen annahm, entdeckt worden. Der Sprengsatz sei etwa eine Woche vor dem geplanten Einsatz sichergestellt worden. Ein Selbstmordattentäter sollte die Bombe unter seiner Kleidung tragen. Eine Gefahr für Flugzeuge habe jedoch nicht bestanden.

Die Bombe sei zwar zeitnah zum Jahrestag des Todes des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden sichergestellt worden, jedoch gebe es keine Hinweise, dass das Komplott damit in Zusammenhang stehe, schrieb die "New York Times" unter Berufung auf US-Beamte. In anderen US-Berichten wurde jedoch ein zeitlicher Zusammenhang ausgemacht. Bin Laden war vor einem Jahr in seinem pakistanischen Versteck von US-Elitesoldaten getötet worden.

Der im Jemen entwickelte Sprengkörper sei eine Weiterwicklung der sogenannten Unterhosenbombe, mit der Weihnachten 2009 ein Passagierflugzeug über der US-Stadt Detroit in die Luft gesprengt werden sollte, berichtete der Sender NBC News am Montag. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab wurde als sogenannter Unterhosenbomber im Februar zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Sprengsatz sei "nicht metallisch" gewesen, hieß es in Medienberichten weiter. Deshalb wäre er auch bei den üblichen Kontrollen an Flughäfen schwer aufspürbar gewesen. Die Bombe sei im Ausland mit Hilfe von befreundeten Geheimdienstpartnern sichergestellt worden, berichtete die US-Bundespolizei FBI in einer Mitteilung. Sie würde untersucht. Das Auffinden des Sprengsatzes sei ein weiteres Beispiel für herausragende internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus, sagte ein US-Beamter dem Sender CBS.

Verbindungen zum Jemen

Die Bombe gleiche denen, die von der Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel benutzt würden. Sie gilt als der gefährlichste Al-Kaida-Ableger. Nach US-Einschätzung hat die Organisation mehr als 1000 Mitglieder im Jemen und Verbindungen zur Al-Kaida-Führung in Pakistan. Die Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel sei die verantwortlich Gruppe in diesem Fall, sagte nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN ein US-Beamter.

US-Präsident Barack Obama sei über die Verschwörung im April informiert worden, sagte die stellvertretende Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, in einer Erklärung. Obama sei versichert worden, dass der Sprengsatz nie eine Bedrohung für die Öffentlichkeit dargestellt habe.

Der damals 24-jährige Abdulmutallab hatte am Weihnachtstag 2009 auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit kurz vor der Landung versucht, seine mit Sprengstoff präparierte Unterhose zu zünden. Es entstand zwar ein Feuer, der Sprengstoff explodierte aber nicht wie geplant. Zudem überwältigten mutige Passagiere den Nigerianer. Eine Katastrophe wurde verhindert.

  • dpa, 08.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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