Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum für 2009 aller Voraussicht nach im Januar senken. Der erst im November aktualisierte Weltwirtschaftsausblick könne nicht als endgültig gesehen werden, sagte der Vize-Direktor des IWF, John Lipsky, am Mittwoch in Frankfurt. "Es ist wahrscheinlich, dass wir unsere Voraussagen zum weltweiten Wachstum weiter nach unten korrigieren." Die nächste Aktualisierung werde der Fonds im Januar vorlegen. Wie stark die Vorhersage gesenkt werde, sagte Lipsky nicht.
Nach der Prognose vom November erwartet der Weltwährungsfonds im nächsten Jahr ein weltweites Wachstum von rund 2,2 Prozent. Die Wirtschaft der Industrieländer wird demnach zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfen.
Die Weltbank befürchtet derweil als Folge der weltweiten Finanz- und Kreditmisere sogar die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression vor 80 Jahren. Nach der am Dienstag veröffentlichten Konjunkturvorhersage der IWF-Schwesterorganisation wird das globale Wachstum im kommenden Jahr nur noch 0,9 Prozent betragen, nach 2,5 Prozent 2008.
Nach den Worten Lipskys hält der IWF aber weiter an seiner Erwartung fest, dass sich gegen Ende kommenden Jahres eine schrittweise Konjunkturerholung einstellt. Voraussetzung sei aber eine Stabilisierung der Finanzmärkte und eine stärkere Unterstützung durch staatliche Maßnahmen. Als positive Entwicklung hob der IWF-Vize den rapiden Rückgang der Inflation hervor, wodurch die Notenbanken zusätzlichen Spielraum für Zinssenkungen erhalten.