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Merken   Drucken   21.09.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

Weltwirtschaft: Völker, hört auf den IWF!

Leitartikel Die Lufthansa senkt ihre Gewinnprognose, die Ratingagentur Standard & Poor's stuft Italiens Bonität herunter - und als ob das nicht genug wäre, meldet nun auch noch der Internationale Währungsfonds: Die Weltwirtschaft befindet sich in einer beunruhigenden Abkühlungsphase.
Nun hat es in den vergangenen Wochen und Monaten Mahnungen genug gegeben. Diese Warnung jedoch geht darüber weit hinaus. Sie hat ökonomische Substanz und ist, anders als manch frühere Wortmeldung, keine Panikmache. Nicht nur, dass der IWF das weltumspannende Finanzsystem bedroht sieht. Auch die Bedrohung der Weltkonjunktur nimmt zu.
Kursinformationen und Charts
  Euro 1,24833 USD  [-0.00384 -0,31%
Es ist ausgesprochen schmerzhaft, was der Währungsfonds als Gegenmittel von den wichtigsten Notenbanken und Regierungen verlangt: Die amerikanische Fed soll ihre Politik des lockeren Geldes weiterführen, die Europäische Zentralbank ihre Zinsen senken und ihre Anleihekäufe ungeachtet jeder Kritik fortsetzen. Obendrein sollen jene Euro -Staaten, die es sich noch leisten könnten, milliardenteure Konjunkturprogramme auflegen.
So schwer es fallen mag - es wäre verkehrt, die Forderungen des IWF einfach vom Tisch zu wischen. Das gilt zum einen für die Bundesregierung, die jetzt nicht vorschnell Konjunkturhilfen eine Absage erteilen sollte.
Und das gilt zum anderen für die Europäische Zentralbank, die nur mit äußerst schlechtem Gewissen auf dem Anleihemarkt agiert und dafür von vielen in Deutschland angegriffen wird. Das Stützungsprogramm sehen viele Kritiker im Widerspruch zur reinen Lehre. Aber wer, wenn nicht die EZB, kann denn derzeit sonst eingreifen? Sie ist die einzige Institution, die jetzt handlungsfähig ist, um eine Implosion der Euro-Zone abzuwenden. Deshalb wird sie notleidenden Euro-Staaten so lange beispringen müssen, bis der Rettungsfonds EFSF etabliert ist.
Keinesfalls darf der Druck auf die Staaten sinken, die EFSF so schnell wie möglich mit dem notwendigen Geld auszustatten. Und schon gar nicht dürfen solche Interventionen zum Dauerzustand werden. Denn die Rettung der Euro-Zone ist nach wie vor eine politische Aufgabe. Und wie das geschieht, sollte auf Entscheidungen der Politik beruhen und nicht auf der von Zentralbanktechnokraten, die dafür kein Mandat und keine politische Legitimation besitzen.
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Euro 1,24833 USD   -0,31%  -0.00384
  • FTD.de, 21.09.2011
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Kommentare
  • 06.10.2011 06:33:54 Uhr   Silverager: Völker, hört nicht auf den IWF !

    Die EZB, die sich faule Staatsanleihen unters Kopfkissen legt, hat ein "äußerst schlechtes Gewissen" dabei.

    Wenn schon ein derzeit gewaltiger Raubzug auf unsere Steuergelder (und die unserer Kinder und Enkel) stattfindet, ist es schon sehr tröstlich, dass man dabei wenigstens ein äußerst schlechtes Gewissen hat. Mehr kann man allerdings von Räubern nicht wirklich verlangen.

  • 26.09.2011 11:40:43 Uhr   gggggggg: die EU und USA
  • 26.09.2011 11:35:42 Uhr   kortus: Hallo ?
  • 25.09.2011 20:25:53 Uhr   Wolfgang: Zockerbanken pleitegehen lassen
  • 22.09.2011 08:34:10 Uhr   Woidl: Mit noch mehr Schulden
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