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  FTD-Serie: Spur der Verwüstung

Hurrikan "Katrina" hat mit seiner Wucht im Süden der USA ganze Städte ausgelöscht, tausende Menschen kamen ums Leben. Der Schaden ist gigantisch. Alle Nachrichten, Bilderserien und Hintergründe hier auf einen Blick.

Merken   Drucken   05.09.2005, 21:47 Schriftgröße: AAA

Wettlauf gegen die Zeit

Eine Woche nach dem Hurrikan "Katrina" hat US-Präsident George W. Bush ein zweites Mal das Katastrophengebiet besucht. Die Kritik am Krisenmanagement der Regierung riss dennoch nicht ab. Vor allem in New Orleans wird die Rettung der Überlebenden zum Wettlauf gegen die Zeit.
US-Präsident tröstet ein Kind in einem Auffanglager in Baton Rouge   US-Präsident tröstet ein Kind in einem Auffanglager in Baton Rouge
Bush würdigte am Montag bei einem Besuch in einer Notunterkunft in Baton Rouge im US-Staat Louisiana, die Hilfsmaßnahmen. Er räumte aber zugleich ein, dass es noch viel zu tun gebe, und verteidigte sich gegen die massive Kritik wegen der langsamen Washingtoner Reaktion auf die Katastrophe . "Die Regierung tut auf allen Ebenen das Beste, was sie kann. So lange auch nur ein Menschenleben in Gefahr ist, liegt Arbeit vor uns", sagte Bush. Der Präsident lobte die Hilfsbereitschaft der Amerikaner als "einfach erstaunlich".
Die Kritik an der Regierung hielt jedoch auch am Montag an. Die Zeitung "The Times-Picayune" aus New Orleans forderte in einem offenen Brief die Entlassung aller Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörde des Bundes. Sie hätten es versäumt, tausende Bürger zu evakuieren. "Wir sind wütend, Herr Präsident, und werden noch lange wütend sein, nachdem unsere geliebte Stadt und ihre umliegenden Bezirke trocken gepumpt wurden", hieß es in dem Leitartikel der Zeitung.
Hilferuf auf dem Dach eines Hauses in New Orleans   Hilferuf auf dem Dach eines Hauses in New Orleans
10.000 Tote befürchtet Die Zahl der Toten durch den Hurrikan war am Montag noch immer nicht bekannt. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, sagte dem Fernsehsender NBC, die Zahl von 10.000 sei nicht unrealistisch. Auch US-Gesundheitsminister Michael Leavitt sagte, es müsse mit tausenden Toten gerechnet werden. "Es wird so furchtbar, wie man es sich nur vorstellen kann", sagte Heimatschutzminister Michael Chertoff "Fox News".
In New Orleans waren am Montag 100 Mitarbeiter der Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA) im Einsatz, um aus den überfluteten Häusern Leichen zu bergen. Die sterblichen Überreste wurden in Kühlwagen nach St. Gabriel eine Stunde nördlich von New Orleans gebracht, wo anhand von Zahnabdrücken und DNA-Analysen die Identifizierung vorgenommen wird. Über die Opferzahl gab es auch eine Woche nach der Katastrophe keine Klarheit. 59 Menschen waren bis Montag in New Orleans tot geborgen worden, 166 in Mississippi. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, geht aber allein in seiner Stadt von mehreren tausend Opfern aus.
Verwesungsgeruch über der Stadt
Bilderserie: Apokalypse in New Orleans
"Meine Jungs kommen in ein Haus und rufen mich an, dass ältere Leute im Bett liegen, heftig atmen und zu sterben drohen, und wir können nichts machen", sagte Küstenwachen-Hauptmann Bruce Jones dem Sender CNN. "Wir erhalten Hilferufe, in denen es heißt "Wir brauchen Sie, in unserem Hospiz liegen zehn Tote und zehn weitere Kranke liegen im Sterben". Diese Leute haben wahrscheinlich gestern oder vorgestern noch gelebt." Die Küstenwache appellierte an die Menschen, die noch in ihren Wohnungen ausharren, diese mit farbigen oder weißen Kleidungsstücken zu markieren.
Aus vielen Gebäuden der Stadt strömte nach Berichten von Reportern starker Verwesungsgeruch. "Ich will die Leichen aus dem Wasser haben", sagte Nagin, bevor Moskitos "Krankheiten in der ganzen Stadt verbreiten". Die Einsatzkräfte fanden oft Familien, die in den eigenen vier Wänden ertrunken waren. In trocken gebliebenen Straßenzügen weigerten sich manche Einwohner, die Stadt zu verlassen. Bürgermeister Nagin glaubt, dass noch mehrere tausend Menschen in der Stadt leben. Damm geflickt
In den Bezirk Jefferson bei New Orleans durften am Montag erstmals seit der Katastrophe Einwohner zu ihren Häusern, um nach dem Rechten zu sehen. Es kam zu schweren Verkehrsbehinderungen. Viele Häuser standen bis zum Dach im Wasser. Die Einwohner Jeffersons waren zwangsweise evakuiert worden, bevor "Katrina" zuschlug. Rückkehrer mussten einen gültigen dürfen bis Mittwoch bleiben.
Spezialisten gelang es in New Orleans unterdessen, einen auf knapp 100 Meter gebrochenen Damm am Kanal an der 17. Straße direkt am Pontchartrain-See zu reparieren. Sie warfen dort riesige Sandsäcke ab. Der Damm war dort auf einer Länge von mehr als 60 Metern weg gebrochen. Es wird nach Expertenschätzungen aber bis zu drei Monate dauern, das Wasser aus dem Stadtgebiet abzupumpen.

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  • AP, 05.09.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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