Verwesungsgeruch über der Stadt
Bilderserie: Apokalypse in New Orleans
"Meine Jungs kommen in ein Haus und rufen mich an, dass ältere Leute im Bett liegen, heftig atmen und zu sterben drohen, und wir können nichts machen", sagte Küstenwachen-Hauptmann Bruce Jones dem Sender CNN. "Wir erhalten Hilferufe, in denen es heißt "Wir brauchen Sie, in unserem Hospiz liegen zehn Tote und zehn weitere Kranke liegen im Sterben". Diese Leute haben wahrscheinlich gestern oder vorgestern noch gelebt." Die Küstenwache appellierte an die Menschen, die noch in ihren Wohnungen ausharren, diese mit farbigen oder weißen Kleidungsstücken zu markieren.
Aus vielen Gebäuden der Stadt strömte nach Berichten von Reportern starker Verwesungsgeruch. "Ich will die Leichen aus dem Wasser haben", sagte Nagin, bevor Moskitos "Krankheiten in der ganzen Stadt verbreiten". Die Einsatzkräfte fanden oft Familien, die in den eigenen vier Wänden ertrunken waren. In trocken gebliebenen Straßenzügen weigerten sich manche Einwohner, die Stadt zu verlassen. Bürgermeister Nagin glaubt, dass noch mehrere tausend Menschen in der Stadt leben.
Damm geflickt
In den Bezirk Jefferson bei New Orleans durften am Montag erstmals seit der Katastrophe Einwohner zu ihren Häusern, um nach dem Rechten zu sehen. Es kam zu schweren Verkehrsbehinderungen. Viele Häuser standen bis zum Dach im Wasser. Die Einwohner Jeffersons waren zwangsweise evakuiert worden, bevor "Katrina" zuschlug. Rückkehrer mussten einen gültigen dürfen bis Mittwoch bleiben.
Spezialisten gelang es in New Orleans unterdessen, einen auf knapp 100 Meter gebrochenen Damm am Kanal an der 17. Straße direkt am Pontchartrain-See zu reparieren. Sie warfen dort riesige Sandsäcke ab. Der Damm war dort auf einer Länge von mehr als 60 Metern weg gebrochen. Es wird nach Expertenschätzungen aber bis zu drei Monate dauern, das Wasser aus dem Stadtgebiet abzupumpen.