Von der Finanzkrise gezeichnet
Zu den Optimisten gehört die Beratungsfirma Grant Thornton, die von der südafrikanischen Regierung für die WM beauftragt wurde. Die Gesellschaft schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dank des Events 2010 um über 0,5 Prozentpunkte höher ausfallen dürfte.
Das sei signifikant, weil das BIP damit voraussichtlich bei 2,5 Prozent liegen werde, so Lee-Anne Bac, Direktorin von Grant Thornton in Johannesburg. "Aufgrund von Einzelberichten sind wir vorsichtig optimistisch, dass der tatsächliche Gewinn unsere Prognose übersteigt", sagte Bac der FTD.
Indes basiert diese Prognose auf allzu optimistischen Zahlen, wie Kritiker einwenden. So geht Grant Thornton von über 370.000 Besuchern aus, die Südafrika zur WM besucht haben. Diese Zahl liegt schon deutlich unter den ursprünglichen Schätzungen, könnte aber immer noch zu hoch sein. Bislang gibt es keine offizielle Verlautbarung, aber als ein relativ guter Indikator gelten die Flugbewegungen. "Und die sind nur schwach angestiegen", so Wirtschaftsprofessor Maennig. "Per Saldo dürften während der WM netto maximal 100.000 Touristen mehr in Südafrika gewesen sein, wenn man berücksichtigt, dass einige nicht gefahren sind, die sonst Südafrika besucht hätten."