Die japanische Industrie hat im Februar saisonbereinigt 9,4 Prozent weniger hergestellt als im Vormonat. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Montag in Tokio mit. Es war bereits der fünfte Rückgang in Folge. Er fiel nur etwas schwächer aus als im Januar, als es mit 10,2 Prozent einen Rekordeinbruch gegeben hatte. Besonders die Hersteller von Autos, Fernsehern und anderen Exportschlagern litten.
Experten zufolge wird die Industrie ihre Leistung im März und im April um jeweils rund drei Prozent hochfahren. Grund dafür ist der starke Abbau der Lager, die sich in Rekordtempo leerten. Dort stapelten sich seit Ende 2008 die unverkauften Waren. Die Unternehmen schränkten deshalb die Produktion stark ein und bedienten die Nachfrage vom Lager. Diese sind jetzt weitgehend geräumt. "Das ist ein gutes Zeichen", sagte Analyst Taro Saito vom Wirtschaftsinstitut NLI. Künftig werde wieder etwas mehr produziert.
Die stark exportabhängige japanische Wirtschaft leidet besonders stark unter der weltweiten Rezession. Im vierten Quartal brach das Bruttoinlandsprodukt mit 3,2 Prozent so kräftig ein wie in keinem anderen großen Industriestaat. Experten erwarten frühestens ab Sommer wieder Wachstum. "Die Industrieproduktion wird im zweiten Quartal ihre Talsohle erreichen und sich ab dem dritten Quartal allmählich erholen", sagte der Chefvolkswirt von Barclays Capital, Kyohei Morita.