Polymerchips weniger leistungsfähigWissenschaftlern ist es bereits gelungen, aus Polymeren erste Schaltkreise, so genannte Ringoszillatoren, herzustellen, die Schaltfrequenzen im Kilohertz-Bereich haben. Damit erreichen die Polymerchips bei weitem nicht die Gigahertz-Leistung der modernen Siliziumchips. Das ist aber auch nicht das Ziel. Die Polymerelektronik soll nicht mit Silizium konkurrieren oder den Wettlauf um den schnellsten PC entscheiden, sondern neue Märkte erschließen.
Mehrere Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten daran, Pilotverfahren für die Massenproduktion zu entwickeln. So eröffnete vor wenigen Tagen das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in München sein "Anwendungszentrum Rolle zu Rolle". Mit der neuen Anlage sollen elektronische Schaltkreise auf flexible Kunststoffbahnen aufgebracht werden. Die Vision der Forscher ist es, die Unterlage wie ein Stück Frischhaltefolie abzurollen, zu beschichten und die fertigen Chips als Meterware wieder aufzurollen. Um die Polymere zu verarbeiten, verwenden die Münchner eine Reihe verschiedener Methoden - etwa Laminiergeräte, die Kunststofffolien unter Hitze miteinander verbinden, oder Dispenser, die Polymertröpfchen mit einer kleinen Nadel auftragen.