So gibt es in dem Austausch Aufforderungen, brisante E-Mails oder klimarelevante Daten zu löschen sowie Artikel aus kritischen Fachzeitschriften herauszuhalten. Umstritten war besonders eine E-Mail des CRU-Chefs Phil Jones, nach der die sogenannte Hockeyschlägerkurve, die den rapiden weltweiten Temperaturanstieg der vergangenen Jahrzehnte zeigt, manipuliert worden sein soll.
Klimaforscher verteidigen ihre grundsätzlichen Annahmen. "Wir halten keine Informationen zurück", sagte Trevor Davies, der Vizekanzler der University of East Anglia. "Es ist auch bei den Klimaskeptikern bekannt, dass 95 Prozent der Rohdaten (...) seit mehreren Jahren zugänglich sind."
Dennoch steht die Wissenschaft unter Rechtfertigungsdruck. Phil Jones lässt sein Amt ruhen, solange Untersuchungen laufen: Seine Universität will sowohl die Sicherheitsvorkehrungen als auch den Umgang mit Rohdaten durch seine Wissenschaftler untersuchen.
Die Affäre hat aber den Campus in Norwich längst verlassen und schlägt höhere Wellen. In Großbritannien argwöhnt die Boulevardzeitung "Daily Express", die Argumente für Klimarettung zielten nur auf ungerechte Steuererhöhungen. Der republikanische US-Senator James Inhofe hat eine Untersuchung gefordert - und hofft, damit Obamas Gesetzentwurf zum Emissionshandel im Kongress sturmreif schießen zu können.