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Merken   Drucken   03.11.2011, 11:01 Schriftgröße: AAA

Zensus: Armut in den USA steigt auf Rekordwert

Die US-Wirtschaft erholt sich leicht–doch immer mehr Amerikaner fallen unter die Armutsgrenze. Deutschland verändert sich dagegen wenig.
Die Armut hat in den USA einen neuen Rekordwert erreicht. Einer von fünfzehn Amerikanern (6,7 Prozent) gehört mittlerweile zu den "Ärmsten der Armen". Das geht aus einem aktuellen Zensus hervor.
Eine Essenausgabe in Waterbury im Bundesstaat Connecitcut   Eine Essenausgabe in Waterbury im Bundesstaat Connecitcut
Rund 20,5 Millionen Menschen liegen demnach mit ihrem Einkommen 50 Prozent unter der offiziellen Armutsgrenze. Sie leben von weniger als 5.570 Dollar  im Jahr, beziehungsweise als vierköpfige Familie von weniger als 11.157 Dollar. 6,7 Prozent ist der höchste Wert, den die Zensusbehörde seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren ermittelt hat.
Besonders in den amerikanischen Vorstädten hat die Armut stark zugenommen. Armutsraten von mehr als 40 Prozent breiten sich dort den Angaben zufolge doppelt so schnell aus wie in den innerstädtischen Gebieten.
Der Anteil an in extremer Geldnot lebenden Menschen stieg in den als arm bezeichneten Stadtteilen und Vororten in den vergangenen zehn Jahren von 11,2 Prozent auf 15,1 Prozent an. Das geht aus einer Analyse des Brookings Instituts hervor. Eine derart hohe geografischen Konzentration der Armut hat es in den USA seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gegeben. Zudem lässt sich in diesen Gebieten eine starke Zunahme von Bewohnern mit lateinamerikanischem Migrationshintergrund feststellen.
Geldnot in den südlichen Metropolen
In 40 der 50 US-Staaten hat die Armut seit 2007 zugenommen - in keinem Staat ist sie geringer geworden. Am stärksten stieg die Geldnot in den südlichen Metropolregionen, etwa in Nevada, Florida oder Kalifornien. Aber auch im industriell geprägten Mittleren Westen zog die Armut durch den Rückgang der Produktion stark an.
In Deutschland waren 2009 rund 12,6 Millionen Menschen von Armut bedroht. Am stärksten gefährdet sind Arbeitslose und Alleinerziehende, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden weiter mit. So waren 2009 mehr als sieben von zehn Arbeitslosen davon betroffen, unter den Erwerbstätigen dagegen nur etwa jeder Vierzehnte. Insgesamt blieb das Armutsrisiko im Vergleich zu 2008 nahezu konstant.
Als armutsgefährdet bezeichnete das Bundesamt diejenigen Bürger, die nach Einbeziehung staatlicher Transferleistungen ein Einkommen von weniger als 11.278 Euro im Jahr beziehungsweise 940 Euro monatlich zur Verfügung hatten.
01:14:53 Kursinformationen und Charts
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  • dapd, 03.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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