Zivile Opfer:US-Militär räumt Fehler in Afghanistan ein
Der Einsatz im Mai 2009 kostete rund 100 Menschen das Leben. Sie wurden Opfer einer Panne des US-Militärs, denn der Angriff galt eigentlich Taliban-Kämpfern. Doch die hatten zum Zeitpunkt der Attacke das Zielgebiet verlassen.
Das US-Militär hat Fehler bei einem Einsatz in Afghanistan eingeräumt, bei dem im vergangenen Monat Dutzende Zivilisten ums Leben kamen. Ein Vertreter der Streitkräfte bestätigte einen entsprechenden Bericht der "New York Times". Die Zahl der Opfer hätte der Zeitung zufolge deutlich geringer sein können, wenn sich Bodentruppen und die Besatzungen der Kampfflugzeuge an die Regeln zur Vermeidung ziviler Opfer gehalten hätten.
Offiziell sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Zwischenfalls noch nicht veröffentlicht. Sie hat laut "New York Times" ergeben, dass ein Kampfflugzeug die Freigabe zum Angriff auf Taliban-Kämpfer erhalten hatte, dann aber das Ziel neu anfliegen musste. Die Besatzung habe sich die Feuerfreigabe nicht erneut bestätigen lassen, bevor sie die Bomben abgeworfen habe. So sei es möglich, dass in der Zwischenzeit die Taliban aus dem Zielgebiet geflohen oder dass Zivilisten dort aufgetaucht seien. Ein Militärvertreter sagte, der Fehler habe eher in der Wahl der falschen Waffen gelegen als in einer Verletzung der Einsatzvorschriften.
Unterschiedlichen Berichten zufolge kamen bei dem Angriff zwischen 20 bis 140 Zivilisten ums Leben. Vermutlich liegt die Zahl der Todesopfer etwa bei 100. Der Zwischenfall hat zu einer deutlichen Belastung der Beziehungen zwischen den Afghanen und den ausländischen Truppen geführt.
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