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Merken   Drucken   16.08.2005, 12:25 Schriftgröße: AAA

Zusammenstöße beim Rückzug aus dem Gazastreifen  

Jeder dritte jüdische Siedler hat den Gazastreifen bereits vor Ablauf der Frist um Mitternacht freiwillig verlassen. Beim Abzug kam es allerdings zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Jüdische Siedler versuchen, israelischen Truppen den Zugang zur ...   Jüdische Siedler versuchen, israelischen Truppen den Zugang zur Siedlung Neve Dekalim zu verwehren
Nach Militärangaben wurden 50 Personen festgenommen. Verteidigungsminister Schaul Mofas zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass vor Ablauf der Frist am Dienstagabend mindestens die Hälfte der 8500 jüdischen Siedler ihre Häuser im Gazastreifen verlassen würden. Drei Siedlungen in dem Küstenstreifen und zwei im Westjordanland waren am Mittag bereits menschenleer. Insgesamt hatte bis dahin ein Drittel der Siedler den Gazastreifen verlassen.
Den verbleibenden Siedlern drohte ab Mitternacht die Zwangsräumung. In der größten Siedlung Newe Dekalim begannen die Auseinandersetzungen bereits am Vormittag: Hunderte Demonstranten stellten sich Lastwagen in den Weg, die bei der Umsiedlung der Bewohner zum Einsatz kommen sollen. Als Sicherheitskräfte die Menge zurückzudrängten, kam es zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei brachte einen Wasserwerfer in Stellung. Der Verkehr stand vorerst still.
Die Polizei hatte am Morgen das Haupttor der Siedlung abgerissen, um den rund 120 für die Umsiedlung vorgesehenen Lastwagen freie Bahn zu verschaffen. In der Siedlung Netzarim in der Mitte des Gazastreifens machten die Bewohner keinerlei Anstalten, ihre Häuser zu verlassen. Wer die Zwangsräumung abwartet, muss mit einer Kürzung der Entschädigung rechnen, die alle Betroffenen für die Umsiedlung erhalten.
Über 5000 illegal eingereiste Abzugsgegner
Sorgen bereiteten den Sicherheitskräften neben den Siedlern vor allem die aus anderen Landesteilen zugereisten Abzugsgegner. Nach Einschätzung der Behörden beläuft sich ihre Zahl auf 5000. In der Nacht zum Dienstag seien 500 Personen festgenommen worden, die sich illegal im Gazastreifen aufhielten, sagte ein Polizeisprecher. Dutzende weitere seien beim Versuch aufgehalten worden, in das Gebiet einzudringen.
Allein in der Siedlung Morag im Süden des Gazastreifens haben sich nach Angaben der Streitkräfte 300 zugereiste Abzugsgegner verschanzt. Ihre Führer riefen die Bewohner über Lautsprecher auf, sich vor dem Eintreffen der Soldaten zu verstecken.

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