Die amtliche Nachrichtenagentur WAM berichtete am Sonntag von Plänen für eine Liquiditätsspritze. Für (morgigen) Montag wird eine offizielle Erklärung der Zentralbank erwartet.
Die Hilfe für die Banken soll der Meldung von WAM zufolge an den Status ihrer Konten bei der Zentralbank gekoppelt sein. Ziel ist offensichtlich, Investoren in Dubai zu beruhigen. Beobachter erwarten, dass Dubai eine Milliardenspritze erhält, um zunächst einen Teil seiner Schulden bedienen zu können.
Am Mittwoch hatte die staatliche Holding Dubai World die Finanzmärkte mit der Bitte um einen sechsmonatigen Zahlungsaufschub schockiert. Vor dieser Entscheidung hatte Dubai World nach einem Bericht der Zeitung "Al Itihad" vom Sonntag die Möglichkeit ausgeschlossen, einige seiner profitablen Anlagen zu verkaufen, um seine Zahlungsverpflichtungen weiter erfüllen zu können.
Bei der zu Dubai World gehörenden Immobilientochter Nakheel PJSC wird im Dezember eine Anleihe über 3,5 Mrd. $ fällig. Dubai World hat eine Schuldenlast von 60 Mrd. $ und trägt damit den größten Teil der Verbindlichkeiten des Emirats von insgesamt 80 Mrd. $.
Im Unterschied zu Abu Dhabi hat Dubai kaum Öl. Seine Wirtschaftskraft innerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate ist deshalb vor allem auf Finanzgeschäfte, Immobilien und Tourismus konzentriert. Prestige-Projekte wie das höchste Gebäude der Welt, künstliche Inseln oder überdachte Skipisten wurden vor allem mit Krediten finanziert. Dabei scheint sich Dubai zuletzt übernommen zu haben.