FTD.de » Politik » Konjunktur » Sprengt die letzte Bastion der Ideologen!

Merken   Drucken   18.09.2009, 13:00 Schriftgröße: AAA

Atomdebatte: Sprengt die letzte Bastion der Ideologen!  

Kommentar In der Umwelt- und Energiepolitik sollten alle Parteien ihre Denkverbote begraben. Sonst hat Klimapolitik keine Chance. Deshalb muss das Lagerdenken in der Atomkraft weg. von Friederike von Tiesenhausen 
Dieser Wahlkampf verläuft weitgehend ideologiefrei. In einem Deutschland, in dem die CDU Banken verstaatlicht hat und für gedeckelte Managergehälter plädiert, regiert pragmatische Notwendigkeit - sollte man meinen. Doch über einem Themenfeld hängt weiter hartnäckig der Hauch der Ideologie. Die Atomfrage ist die einzige Frage, in der es kaum um den Austausch von Argumenten geht, sondern um Lagerdenken. Das andere ideologiegeeignete Thema Afghanistan - also die Grundsatzentscheidung über kriegerische Auslandseinsätze - wird von den vier etablierten Parteien aus der Debatte herausgehalten. Lediglich die Linkspartei versucht hier zu punkten.
Doch abseits der alles überstrahlenden Atomfrage geht es in der Energie- und Klimapolitik in den nächsten vier Jahren um entscheidende Weichenstellungen. Jetzt müssen Strukturen geschaffen werden, mit denen Deutschland mittelfristig seinen Treibhausgasausstoß deutlich senken kann. Die Kioto-Ziele waren einfach zu erreichen; als eines der wenigen Länder weltweit wird die Bundesrepublik ihre Zielvorgaben erfüllen. Jetzt geht es ans Eingemachte. Die entscheidenden Handlungsfelder sind dabei die Energieversorgung, aber auch Energieeffizienz und Verkehr.
Die Energieversorgung ist der dickste Brocken. Die Erzeugung von Strom und Wärme macht zwei Drittel aller deutschen CO2-Emissionen aus. Wenn - wie sich die Bundesregierung schon verpflichtet hat - die deutschen Emissionen bis 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent sinken sollen, dann muss hier viel getan werden. Und bis zur Mitte des Jahrhunderts sollte die Energieversorgung weitgehend kohlendioxidneutral sein.

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  • Aus der FTD vom 18.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 18.09.2009 19:05:14 Uhr   vandale: Gefühltes Problem Atommüll

    Mit der Machtergreifung von Rot-Grün hatte Öko Minister Trittin als eine der ersten Massnahmen die Wiederaufbereitung (Recycling) des abgebrannten Kernbrennstoffs verboten (Bei der Wiederaufbereitung werden 19/20 des abgebrannten Brennstoffs wiederum als Brennstoff genutzt. Die Reststoffe liessen sich gleichfalls nutzen, oder sind aufgrund kurzer Halbwertszeiten ein geringes Problem).
    Seitdem wird der Deutschen Bevölkerung das Problem der "ungelösten Endlagerfrage" eingehämmert
    Nüchtern betrachtet ist die geringe Menge an Problemmüll ein grosser Vorteil der Kernenergie. Ein KKW verursacht jährlich etwa 25to hochradioaktive abgebrannte Brennsäbe. Ein Kohlekraftwerk bedarf 4,4 Mio to Kohle, entsprechend etwa 400.000to giftiger Asche und Filterstäube um diesselbe Energiemenge zu erzeugen. Bei der Herstellung der sehr umweltschädlichen Solarzellen beträgt die Menge des toxischen Sondermülls (Cadmiumtellurid, Galliumarsenid) je KWh ein 10.000 faches.
    Einen ausführlcihen Artikel finden Sie unter www.oekoreligion.npage.de
    Vandale

  • 18.09.2009 17:33:03 Uhr   Vandale: Oekoreligion Pur
  • 18.09.2009 16:43:24 Uhr   websimultan: Unsre Energiebilanz bleibt auf der Strecke
  • 18.09.2009 16:19:13 Uhr   demokrat: Atommüll
  • 18.09.2009 15:27:12 Uhr   Michael Schulte: Atomkraft
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